Bevor ich mich am Wochenende wieder einem Manga widmen werde, wollte ich euch vorher trotzdem noch an einer „geistigen Perle“ teilhaben lassen, die schon seit einigen Wochen durch meine Gehirnwindungen rollt: Gibt es so etwas wie eine „Wie bastele ich einen BL-Manga“-Bausatz-Anleitung? Diejenigen unter euch, die – wie ich – bereits länger BL-Manga lesen, werden in Anbetracht dieser Frage jetzt sicherlich schlimmes Kopfkino bekommen und für euch gibt es wahrscheinlich nicht mehr viele Handlungskuriositäten, die euch noch überraschen, verwundern oder schockieren können. Aber ich hoffe trotzdem, dass ihr beim Lesen noch lachen könnt *zwinker*.

Für mich persönlich gibt es gute und – na ja, ein hartes Wort, aber wir wollen in diesem Beitrag den Tatsachen ja unverblümt ins Auge schauen, also müssen wir das Kinde beim Namen nennen – schlechte BL-Manga. Die guten überraschen den Leser, nehmen ihn emotional mit und überzeugen vor allem mit einer innovativen (und wenigstens in Ansätzen logischen!) Handlung und stimmigen Figuren. Bei den weniger guten Manga dieses Genres habe ich immer das Gefühl, die Autoren haben einen Knobelkasten in der Schublade, der die gängigen Szenarien in vorgefertigter Version enthält und welche lediglich neu zusammengewürfelt werden müssen. Die oder der Mangaka holt also ihre / seine Würfel aus der Schublade und knobelt einige willkürliche Bausteine aus, die dann – oft mittels abstruser Ideen – nur noch verknüpft werden müssen. Das erklärte Ziel lautet dabei häufig: Wie bekomme ich zwei Figuren, die sich – wahlweise – eigentlich ziemlich blöd finden, möglichst schnell gemeinsam in die Kiste? Und ich sage euch, da kommen die wahnsinnigsten Szenarien bei heraus, wie ich erst am Wochenende und nach der Lektüre von Das Funkeln der goldenen Fische wieder feststellen musste (dabei zeichnet Waka Sagami durchaus auch tolle BL-Manga).

Der Manga ist etwas „over the top“, aber weitere Infos findet ihr auf jeden Fall bei TOKYOPOP.

Da ich besagten Manga gerade gelesen habe, soll er eingangs als kleines Beispiel herhalten. Wir haben hierin die klassische und eigentlich unmögliche Ausgangssituation: Zwei Figuren, eine davon ist schwul, die andere hetero. Also, so richtig hetero. So hetero, dass man glatt vergessen könnte, dass man einen BL-Manga liest. Die schwule Figur ist zudem bereits unglücklich in einen dritten und ebenfalls schwulen Charakter verliebt, der seinerseits in einer glücklichen Partnerschaft lebt (oder wahlweise auch stockhetero ist, aber halt von der Sorte, die hetero ist und sich nicht in einen homosexuellen Mann verlieben kann – man merkt, irgendwie wird es hier schon komisch *zwinker*). Auf jeden Fall merkt die heterosexuelle Figur irgendwie, irgendwann und aus unerfindlichen Gründen, dass sie doch seltsame Gefühle für den homosexuellen Charakter hat – hoppla, ist sie etwa verliebt?! Dabei ist sie doch hetero. Also, so richtig hetero. Na, ihr wisst schon. Eine grundlegende Annahme vieler BL-Manga ist nämlich, dass man schwul sein kann, ohne schwul zu sein. Logisch, oder? Aber egal. Wir haben also eine heterosexuelle Figur, die eine unglücklich verliebte homosexuelle Figur für sich gewinnen möchte. In der Regel gelänge das am besten, indem man nett zu dem Objekt der Begierde ist. In BL-Manga geht das nur, indem man von einer der beiden folgenden Möglichkeiten Gebrauch macht: Man nötigt die Figur zum Sex oder versklavt sie. Oder beides. Doppelt hält halt besser. Waka Sagami entscheidet sich für die „Ich schlafe halt mit dir, weil mir jeder Kerl recht ist und ich innerlich und emotional so leer bin“-Version mit anschließender Käfighaltung. Da wird ein Kerl also angekettet und sexuell missbraucht, damit man ihm endlich mal die eigenen Gefühle gestehen kann. Nicht durch die Blume, sondern quasi durch die Handschellen. Wer würde sich als schwule Figur nicht in einen so reizenden Hetero verlieben?! Zumal sein einnehmender Charakter auch noch durch eine wirklich niedliche Zwangsstörung ergänzt wird, die die ganze Sklaven-Geschichte erklärbar macht: Der verwöhnte und sehr reiche Lausebengel hat als Kind immer bekommen, was er haben wollte (außer Goldfische), weshalb er als Erwachsener jetzt genau das haben will, was er nicht haben kann – nämlich besagten schwulen Freund, der eigentlich einen anderen Mann liebt. Das Ganze wird irgendwie noch mit glitzernden Goldfischen verquirlt, damit man ein ansprechendes Motiv für das Cover und einen poetischen Titel hat und der Leser wenigstens den Eindruck bekommt, dass sich hier jemand ernsthafte Gedanken um die Story gemacht hat. Aber das macht am Ende alles nichts. Nachdem man ein paar Mal miteinander im Bett gewesen ist, ist die alte Liebe Geschichte und man verliebt sich Hals über Kopf in den Entführer. Wobei man das natürlich nicht zugeben darf, sondern sich diese plötzliche Liebe nur durch übermäßiges Erröten äußert. Zu guter Letzt kann ich dazu nur sagen: Wenn das kein Fundament für eine glückliche Beziehung ist, dann weiß ich es auch nicht. Herzlichen Glückwunsch, Waka Sagami, wir haben ein weiteres Traumpärchen wider Willen! Aber ich tröste mich und euch mit dem Gedanken, dass ein wenig Stockholm-Syndrom einfach zu vielen BL-Manga dazu gehört. Die Gründe dafür werden uns wohl auf ewig verborgen bleiben.

Das Grundproblem, was diese mir suspekten Handlungen determiniert, ist in vielen Manga ähnlich: Der Autor hat zwei Figuren, die er irgendwie zusammen in ein Bett bekommen muss. Das (nach Möglichkeit kreative, aber trotzdem logische) Wie macht für mich hier die Qualität eines BL-Manga aus. Generell gibt es jedoch einige Regeln und Gesetze, die – entsprechend meiner eigenen groben Einschätzung – in 80 % aller BL-Manga angewendet werden. Eine kleine Auswahl der beliebtesten (und der, die mich am meisten nerven) möchte ich euch im Folgenden vorstellen.

Eine Figur kann schwul sein, ohne schwul zu sein

Das beliebteste aller Motive: Eigentlich ist die Figur nicht schwul, verliebt sich aber trotzdem in einen schwulen Mann. Dass man eigentlich nicht schwul ist, muss in jeder passenden und unpassenden Szene betont werden. Man kann also schwul sein (mit dem vollen Programm, d.h., eine Beziehung mit einem Mann führen und mit diesem schlafen), ohne dabei wirklich schwul zu sein. Ich würde sagen, diese Manga lösen sämtliche Probleme, die homosexuelle Männer bisher in unserer Gesellschaft gehabt haben, mit einem Schlag. Schwul sein, obwohl man nicht schwul (oder wenigstens bisexuell) ist. Ein Traum, sage ich euch. Was will man mehr? Wenn sich eine heterosexuelle Figur plötzlich in einen Partner des selben Geschlechts verliebt, läuft das in der Regel wie folgt ab:

  1. Bisher war man durchweg dem weiblichen Geschlecht zugetan und hat in dieser Hinsicht nichts anbrennen lassen beziehungsweise sich alles gegriffen, was nicht bei drei auf den Bäumen war. Doch urplötzlich erscheint dieser eine Typ auf der Bildfläche, der einfach anders ist (und mit Vorliebe ein alter Jugendfreund) und im Angesicht dessen sich die eigenen Gehirnwindungen neu sortieren. Selbst merkt man von diesen Prozessen jedoch zunächst nichts. Es läuft mit der Freundin oder den Affären zwar nicht mehr so rund und man bekommt wahnsinniges Herzklopfen, wenn man diesem bestimmten Mann gegenübersteht, aber um Liebe kann es sich dabei nicht handeln. Ausgeschlossen. Man(n) ist schließlich hetero!
  2. Der homosexuelle Mann, in den man (immer noch unbewusst) verliebt ist, ist schon seit Jahren auf einen heiß. Aus diesem Grund lässt er auch keine Gelegenheit aus, sich einem mit GANZ eindeutigen Absichten zu nähern. Man selbst steht allerdings immer noch mächtig auf dem Schlauch und redet sich ein, dass man nicht verliebt sein kann. Man(n) ist schließlich hetero! Außerdem, Liebe zwischen Männern, das geht nicht. Das ist komisch und ekelig. Und überhaupt.
  3. Obwohl man weder schwul noch verliebt ist, geht man mit dem homosexuellen Freund ins Bett. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange man sich kennt oder ob dies freiwillig geschieht. Man sagt ja, dass Liebe oft durch den Magen geht, aber in BL-Manga gehen die Figuren gerne als Freunde oder gar Fremde ins Bett rein (nicht selten mit nicht unerheblichem Alkoholspiegel) und kommen als mächtig verknallte Turteltäubchen wieder heraus. Was zwischen diesen beiden Zuständen geschieht – man weiß es nicht (also, außer, dass fleißig das gesamte Kamasutra durchprobiert wird). Dabei spielt die Quantität eine ganz entscheidende Rolle! Je öfter man es miteinander treibt, desto tiefer wird die Liebe. Am Ende muss der bisher heterosexuelle Mann konstatieren, dass der Sex mit diesem einen Typen der Wahnsinn und eine befriedigende Sache ist und er so recht nicht mehr auf diesen verzichten kann. Aber ist das Liebe? Hm, schwierig. So recht kann man sich noch nicht entscheiden und sich auf einen Partner festzulegen, das ist als ehemaliger Frauenheld eh noch einmal eine ganz andere Sache…
  4. Schließlich kommt es zum großen Finale – der Exfreund / die Exfreundin erscheint auf der Bildfläche! Da ist beim heterosexuellen Part mit einem Schlag Holland in Not beziehungsweise es schrillen sämtliche Alarmglocken. Denn eigentlich hat man sich langsam mit seiner neuen Rolle arrangiert und mit dem Schwul-sein-obwohl-man-nicht-schwul-ist angefreundet. Das unausweichliche Happy End zeichnet sich ab, wenn nach vielen Katastrophen und Eifersuchtsszenen alle Grundsätze über Bord geworfen werden und man endlich zugeben kann: Ja, verdammt, ich bin nicht schwul, aber liebe einen Mann!

Analverkehr beschert dem Uke epische Orgasmen

Schwul sein oder nicht schwul sein, das als Frage einmal beiseite. Der Sex mit einem anderen Mann ist immer toll und berauschend und funktioniert sowohl auf der technischen als auch auf der körperlichen Ebene genau wie mit einer Frau. Multiple Orgasmen inklusive. Dabei spielt es auch keine Rolle, ob man bereits Erfahrung mit anderen Männern sammeln konnte oder noch Jungfrau ist. Es flutscht einfach, und wenn es dem Partner doch einmal weh tun sollte, dann schlägt dieser Schmerz sehr schnell in wilde Ekstase um. In fast 100 % der BL-Manga ist jeder Stich ein Treffer, wenn ihr versteht, was ich sagen will *hust*. Wenn es in der Realität so zugehen würde wie im Genre BL, dann bräuchten die Protagonisten schallisolierte Zimmer und neben dem Bett müssten jederzeit Eimer, Wischmop und Wechsellaken bereit stehen, bei den Mengen an Körperflüssigkeiten, die da fließen. Tränen, Sperma, Spucke und noch andere Dinge, von denen man gar nicht näher wissen möchte, was sie eigentlich sind… Beim Uke, versteht sich. Während dieser vor Lust beinahe vergeht oder in Einzelfällen wahlweise sogar ohnmächtig wird, ist der Seme immer mega cool und zeigt beinahe keine Regung. Seine einzige Daseinsberechtigung scheint in solchen Momenten die Befriedigung des Partners zu sein. Wo sind diese Männer im wahren Leben, liebe Mangaka?!

Ein bisschen Qual muss sein

Überhaupt sind Schmerz und Gewalt kein Grund dafür, sich nicht in den Partner zu verlieben oder extreme sexuelle Erregung zu verspüren. Vergewaltigungen, Entführungen, Sadomaso-Spielchen und Versklavung tragen nur dazu bei, dass man sich erst so richtig in die andere Figur verknallt. Warum auch nicht, denn wer wünscht sich heutzutage keinen feschen Christian Grey als Ehemann? Als Requisiten sind neben Handschellen und Augenbinden und anderen Objekten aus dem Werkzeugkeller oder Polizeirevier speziell Analvibratoren beliebt, die der Uke auf der Arbeit in seinem Allerwertesten durch die Gegen tragen muss. Wer solche BL-Manga liest, wird Werkzeuge zu sehen bekommen, deren Existenz er sich bisher noch nicht einmal in seinen kühnsten Träumen ausmalen konnte. Und Knoten sowie Schnür- oder Bindekünste, die jeden Seefahrer vor Neid erblassen lassen werden. Ich empfinde zum Beispiel jedes Mal eine Art Faszination des Grauens, wenn dem Uke mal wieder ein seltsames Stäbchen in die Harnröhre des Penis geschoben wird. Ich habe keine Ahnung, wie man das Teil nennt, was es ist oder was es tut beziehungsweise ob es ein solches Gerät wirklich gibt *Gotterbarmen*, aber es scheint Orgasmen sondergleichen zu bescheren. Vergewaltigt zu werden, fühlt sich selbstredend nur beim Auserwählten gut an – von anderen Männern, die dies tun, ist man(n) lediglich angeekelt. Es sind diese Momente, die einem der beiden Protagonisten oft bewusst machen, dass er scheinbar doch ziiiiiiemlich verliebt ist – und mich kopfschüttelnd zurücklassen.

Echte Brüderliebe

Es kommt gar nicht so selten vor, dass man sich in den neuen Stiefbruder verliebt. Ist ja auch praktisch. Man lebt unter einem Dach, isst zusammen, verbringt gemeinsam Zeit, ist, was Interessen und körperliche Aspekte betrifft, genau auf einer Wellenlänge (oder wahlweise das genaue Gegenteil, was Sex jedoch nicht ausschließt) – da liegt es doch auf der Hand, dass man auch das Bett teilt. Und auch, wenn man es mehrmals die Woche lautstark wie die Karnickel treibt, die Eltern merken nichts davon, was da im Zimmer der Söhne vor sich geht. Ich konnte mir bisher nie erklären, warum so viele japanische Mangaka eine extreme Vorliebe für Inzest-Geschichten oder zumindest Ich-liebe-meinen-Stiefbruder-Storys zu haben scheinen – gibt es tatsächlich so viele Leute, die sich damit identifizieren können oder die es anmacht, wenn sich BL-Dramen innerhalb der eigenen Familie abspielen? Familie, das ist in BL-Manga überhaupt so eine Sache. Es ist nicht immer die Regel, aber häufig kommt es vor, dass, wenn eine Figur schwul ist, es MINDESTENS ein weiteres schwules Familienmitglied gibt, zumeist den Bruder. Es kann sich aber auch um einen guten Freund handeln. Ich bezeichne dieses Phänomen gerne als Rudelhomosexualität.

Es gibt keine wahre Liebe ohne Eifersucht

Extreme Eifersucht und besitzergreifendes Verhalten sind weder lästig noch beängstigend, nein, sie sind ziemlich süß, ein absoluter Liebesbeweis und das größte Geschenk, das man vom (potentiellen) Partner erhalten kann. Das ist Konsens in 99 % aller BL-Manga! Wir formulieren hier als Merksatz: Wenn dein Partner nicht dein Handy stalkt, Sätze wie „Ich will, dass du ganz alleine mir gehörst!“ äußert oder dir den Umgang mit Freunden und das Ausgehen verbietet, liebt er dich nicht wirklich. Übrigens lässt sich auch so ziemlich jeder Streit im Bett und mit heißem Sex schlichten. Dies klappt allerdings nur, wenn es der Seme war, der wütend ist. Ein verärgerter Uke sucht eher die Einsamkeit und lässt den Seme zappeln.

Du bist nass, betrunken oder krank? Sehr gut, lass uns Sex haben!

Es gibt in BL-Manga drei Szenarien, die IMMER ins Bett führen und quasi schon Sex mit Vorankündigung sind: Es regnet und die beiden Figuren, die als Protagonisten eines Bilderbuch-Klischee-Manga auserkoren sind, werden nass und betreten in diesem Zustand die Wohnung von einem der beiden Charaktere. Wahlweise ist dieser Handlungsstrang austauschbar durch ein ausuferndes Saufgelager oder eine Erkrankung mit hohem Fieber. Das mit dem Regen kann ich noch nachvollziehen, aber mir hat sich nie erschlossen, was so erotisch daran ist, wenn man mit einem Betrunkenen oder – noch schlimmer – jemandem mit Grippe und Schnoddernase ins Bett steigt. Aber gut, an diesem Punkt angelangt, können wir auf Logik nicht mehr bauen. Wahrscheinlich liegt es schlicht und ergreifend daran, dass all diese Situationen einen guten und vor allem völlig natürlich erscheinenden Vorwand bieten, sich seiner Kleider zu entledigen und am nächsten Tag zudem die Chance eröffnen, zu behaupten, dass man sich an nichts mehr erinnern kann. Ganz im Sinne von: Wir hatten Sex? Keine Ahnung, das war Zufall! Ich war krank / betrunken. Es zeigt sich: Man kann auch aus BL-Manga noch etwas fürs wahre Leben lernen *zwinker*.

Traue niemals (d)einem Lehrer

Als ganz schlimme Finger, die in BL-Manga gar nicht gut weg kommen, gelten die Lehrer. Schüler-Lehrer-Beziehungen sind nicht selten und selbstverständlich steht es außer Frage, dass eine der beiden Figuren entweder auch schwul ist oder, wenn das die Handlung nicht genügend in die Länge zieht, ansonsten natürlich durch penetrantes Werben und ausufernde Sexorgien schwul gemacht werden muss. Dabei liegt es in der Verantwortung des Sensei, etwas Dramatik in den Manga zu bringen, indem er sich nach dem ersten Kuss oder Sex plötzlich wieder an seinen Job erinnert und den Schüler abweist, der nicht mehr Herr seiner pubertären Hormone ist. Am Ende wird aber alles gut, versprochen! Spätestens nach dem Schulabschluss kriegen sich die beiden Protagonisten.

Hüte dich vor Jugendfreunden und ehemaligen Klassenkameraden

Vorsicht vor alten Jugendfreunden aus Kindertagen oder bei einem Wiedersehen mit ehemaligen Klassenkameraden von der Highschool! Genau so, wie der Mörder immer der Gärtner ist, ist der „Freund von damals“ immer schwul und seit Jahren heimlich in den Protagonisten verliebt. Das Treffen wird harmlos beginnen und sich zu einem echten Beziehungsdrama auswachsen.

Gegensätze ziehen sich an

Sich zu hassen, ist die ideale Ausgangsbasis, um später als schwules Pärchen zu enden. Beliebt ist dabei vor allem die Kombination Streber – Mädchenschwarm. Halt wie im realen Leben – nicht!

Beim Sex werden die Figuren unsichtbar

Sex kann man immer und überall haben und das Tolle ist, dass man nie dabei erwischt wird. Selbst dann nicht, wenn man es während der Schulzeit auf dem Schuldach oder in einem Klassenzimmer treibt. Man hat sich quasi Harry Potters Tarnumhang geliehen und ist unauffindbar, bis man mindestens einen Orgasmus hatte und wieder vollständig bekleidet ist.

Liebesgeständnisse – besser spät als nie

Und zum Abschluss dieses Beitrags ein letztes Highlight: Man weiß zwar von Beginn an, dass man verliebt ist, aber es kann mehrere Jahre (oder 18 Bände) dauern, bis man sich dies eingestehen und – noch viel schlimmer – es auch dem Gegenüber erzählen kann. Die Worte „Ich liebe dich“ könnten schließlich bedeuten, dass man nun selber damit klar kommen muss, dass man zwar nicht schwul ist, jetzt aber doch schwul ist… Oder so ähnlich *zwinker*. Und während man sich selbst nicht eingestehen kann, dass man verliebt ist, weil man es vielleicht selbst noch gar nicht begriffen hat, weiß der zukünftige Partner dies bereits sehr genau, zweifelt aber trotzdem daran, weil er es eben doch nicht so genau weiß… Ok, ich denke, das reicht *grins*.

Diese Liste lässt sich quasi endlos fortführen. Ich freue mich übrigens sehr über Ergänzungsvorschläge von euch und werde diesen Beitrag in Zukunft überarbeiten, wenn mir mal wieder eine Kuriosität aus der BL-Ecke auffallen sollte.

Jaa mata ne, eure Amaya!


2 Kommentare

Aluca · 14. Januar 2019 um 9:17

Großartiger Artikel, sehr unterhaltsam zu lesen! Und natürlich in allen Punkten wahr. Aber trotz oder gerade wegen dieser ganzen Klischees lieben wir Boys Love doch 😀

Zum Seme-Uke-Klischee: In den Mangas von Scarlet Beriko ist mir aufgefallen, dass die Rollenverteilung hier oftmals nicht sofort auf den ersten Blick ersichtlich ist. D.h. der Seme ist nicht immer der große, coole Macker und der Uke der Kleine mit den Kulleraugen, sondern genau andersrum – das habe ich als nette Abwechslung empfunden.
Mich würde mal interessieren, ob es auch BL-Mangas gibt, in denen die Rollen im Bett tatsächlich mal getauscht werden (so wie im echten Leben). Im Manga „Lass es uns tun“ von Aya Sakyo wird dieses Thema zumindest einmal kurz angeschnitten.

    Amaya · 14. Januar 2019 um 15:43

    Hallo Aluca,

    auch hier noch einmal ganz herzlichen Dank für das nette Kompliment! Ich gebe mir beim Schreiben immer große Mühe ✌.

    Dieser von dir erwähnte Fall existiert (leider) so gut wie nie, er ist quasi das achte Weltwunder des BL-Genres 😄. Mir fällt nach kurzem Überlegen ein einziger Manga ein, in dem ein Rollentausch stattfindet, und das ist in „Das Spiel von Katz und Maus“. Die Reihe habe ich auf meinem Blog bereits besprochen, im Abschnitt „Figuren“ des Beitrags findest du einige Hinweise zu diesem Thema.

    Viel Spaß beim Stöbern!
    Amaya

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