Deutscher TitelUnser unstillbares Verlangen

Originaltitel: Kurui naku no wa boku no ban

Genre: Boys‘ Love, Omegaverse, Romance, Smut

Zeichnungen / Story: Keri Kusabi

Bände: 2 / fortlaufend

Verlag: TOKYOPOP

Erscheinungsjahr des 1. Bands: 2018

Erotische Szenen: ❤❤❤

Bildergebnis für unser unstillbares verlangen 1
Ende Oktober 2019 erscheint bei TOKYOPOP Band 3 der Reihe um Takaba, Karasuma, Uto und Sasabe.

Nun ist es endlich so weit: Nach meinem Urlaub melde ich mich tiefenentspannt bei euch zurück und möchte mich erst einmal dafür entschuldigen, dass sich die ganze Review-Schreiberei diesen Monat so fürchterlich verzögert hat, aber ich war im Urlaub fernab der Zivilisation unterwegs, was für mehrere Wochen bedeutete: Internetzugang nur sporadisch. Mittlerweile sind meine Netzstecker jedoch alle angeschlossen, mein WLAN saugt fleißig Daten und es kann wieder losgehen! Mich hat es schon länger in den Fingern gejuckt und diesen Monat ist es so weit: Ich habe mir einen der berüchtigten Omegaverse zur Brust genommen, auf die man irgendwann unweigerlich stößt, wenn man so tief im BL-Genre steckt wie mancher Seme im… ehm… egal! Ihr dürft euch also nach den Versäumnissen der letzten Monate endlich wieder auf die volle Dröhnung Boys‘ Love freuen, mit einem tollen Artwork, einer heißen Geschichte und ganz viel Herzschmerz und Dramatik.

Ich habe mich übrigens dazu entschlossen, meine Beiträge in Zukunft insgesamt ein ganzes Stück kürzer zu halten, als dies bisher der Fall war. Das hat zwei Gründe: Zum einen hoffe ich, dass ich so vielleicht in der Lage sein werde, auch einmal wieder mehr als eine Rezension pro Monat zu schreiben, zum anderen bin ich zu dem Schluss gelangt, dass vermutlich (fast) niemand meine langen Epen list, in denen es zum Teil einfach nur um den Zeichenstil / das Artwork und die Gestaltung eines Manga geht. Schließlich möchte ich hier ja kein Kunstfeuilleton schreiben, sondern BL-Manga rezensieren. Deshalb werde ich meinen Eindruck zum Artwork und den erotischen Szenen ab Oktober auf einen kleineren Abschnitt begrenzen und mich mehr auf eine mögliche Interpretation des Inhalts konzentrieren. Ich hoffe, mit dieser kleinen Umstrukturierung könnt ihr alle leben. Ich denke außerdem seit einer Weile darüber nach, meine Reviews zusätzlich als Podcast aufzunehmen. Diese Idee ist aber noch nicht spruchreif und ich weiß auch nicht, ob bei euch überhaupt Interesse an einer Audioform bestünde. Falls ja, könnt ihr mir das gerne in die Kommentare schreiben – ich würde mich freuen! Nun aber zum diesmonatigen Manga.

Was sind eigentlich Omegaverse?

Omegaverse (ich kürze den Begriff der Einfachheit halber mit OV ab) bilden eine Art Unterkategorie der Manga, die man dem Obergenre BL zuordnet und spielen in einem Alternativuniversum bzw. bilden ein alternatives Gesellschaftssystem ab, in dem die beiden biologischen Geschlechter männlich und weiblich um eine weitere Differenzierung ergänzt werden: die Unterscheidung in Alpha, Beta und Omega. Sowohl Männer als auch Frauen werden noch einmal separat in besagte drei ‚Geschlechter‘ unterteilt, deren Zuordnung vor der Pubertät in einem offiziellen medizinischen Test festgestellt wird, dessen Ergebnis fortan den weiteren Lebensentwurf der Jugendlichen bestimmen wird, denn das jeweilige Resultat dieses Geschlechtstests bringt soziale Privilegien mit sich und bedingt gesellschaftliche Ab- oder Aufstiegspotenziale, nicht zuletzt, weil jedes Individuum sein Geschlecht bei Bewerbungsgesprächen und in anderen Situationen, die von sozialer Interaktion und Kommunikation geprägt sind, nicht verschweigen darf. Die inhaltliche Ausgestaltung dieses alternierenden Universums variiert in OV-Manga von Mangaka zu Mangaka in einigen Nuancen, aber im Wesentlichen lassen sich die folgenden Grundregeln und Strukturen festhalten (die sowohl auf Frauen als auch auf Männer zutreffen, aber da wir uns hier ja im BL-Genre befinden, werden diese natürlich nur auf Männer angewendet):

Alphas (α)

Männer oder Frauen mit dem Geschlecht eines Alpha dominieren die Gesellschaft und stehen aufgrund ihrer enormen Attraktivität, körperlichen Stärke und hohen Intelligenz an der Spitz der sozialen Pyramide. In OV-Manga findet man sie mit überdurchschnittlicher Häufigkeit in leitenden Führungspositionen oder Vorständen von großen Unternehmen. Sie sind beruflich hoch erfolgreich und können in den meisten Fällen ausschließlich von Omegas geboren werden. Sie machen ca. 20% der jeweiligen Bevölkerung aus. Alphas sind das privilegierte Geschlecht, dem gesellschaftliche Anerkennung und Achtung entgegengebracht wird. Wie die Omega verfügen sie über einen erhöhten Sexualtrieb.

Betas (β)

Menschen mit dem Geschlecht eines Beta machen etwa 70% der Bevölkerung aus. Sie sind das, was wir als ’normale‘ Menschen betrachten würden und bleiben, was die Ehe und Fortpflanzung anbelangt, in der Regel unter sich. Romantische Beziehungen zwischen einem Beta und einem Omega oder Alpha gelten als extreme Ausnahme, da Betas nicht von den Pheromonen beeinflusst werden, die Omegas während ihrer Hitze absondern. Außerdem ist es in den meisten Omegaverse-Versionen für einen Beta nicht möglich, mit einem Omega oder Alpha eine Paarbindung einzugehen, was die Beziehung zu einem Omega / Alpha extrem unsicher gestaltet.

Omegas (Ω)

Über das Geschlecht eines Omega verfügen nur ca. 10% der Bevölkerung. Damit sind diese Menschen sehr selten. Omegas gelten als schwach, weinerlich, körperlich anziehend und vollkommen von ihrem Sexualtrieb gesteuert, weshalb sie in der Gesellschaft kein hohes Ansehen genießen und oftmals sogar als ‚Bodensatz‘ eines sozialen Systems betrachtet werden. Obwohl Omegas als einziges der drei Geschlechter die privilegierten Alpha gebären können, beginnt ihr sozialer Abstieg in der Regel, sobald ihr Geschlecht mit dem besagten Test offiziell festgestellt wurde. Die Besonderheit eines Omega liegt darin, dass auch Männer dieses Geschlechts schwanger werden und Kinder bekommen können. Der Penis eines Omega ist im Verhältnis zu dem eines Beta oder gar Alpha etwas unterentwickelt. Dafür verfügen auch männliche Omega über eine Gebärmutter, die – wie sollte es im BL-Genre anders sein – über den Anus erreicht werden kann. Genau wie Frauen müssen diese Männer monatlich eine Art ‚Periode‘ durchlaufen und Mittel zur Empfängnisverhütung einnehmen, wenn sie eine Schwangerschaft vermeiden wollen. Lediglich die nervige Monatsblutung bleibt einem männlichen Omega erspart.

Hitze und Pheromonhemmer

Omegas durchlaufen einmal monatlich für sieben Tage eine abgewandelte Form der Monatsblutung und verfügen damit über etwas, was man mit dem weiblichen Zyklus gleichsetzen kann. Während der sogenannten Hitze (in manchen Manga auch als Brunst bezeichnet) wird ein Omega von seinem sexuellen Verlangen überwältigt und findet wirkliche Erleichterung dieser durchaus qualvollen Lust nur durch Geschlechtsverkehr mit einem Alpha. Während ihrer Hitze sondern Omegas Duftstoffe (Pheromone) ab, die einem Alpha signalisieren, dass der Omega sich in der Empfängnisphase befindet, in welcher bei Geschlechtsverkehr die Möglichkeit einer Schwangerschaft besteht. Besonders die Alphas reagieren auf diese Pheromone höchst sensibel und man kann durchaus sagen, dass, wenn sich ein Alpha nicht bereits in einer Paarbindung befindet, sie schlichtweg jegliche Selbstkontrolle verlieren und im Rausch der Hormone über ein brünstiges Omega herfallen. Aus diesem Grund werden Omega in OV sehr häufig Opfer von Vergewaltigungen, die im Alternativuniversum für dieses Geschlecht zum Alltag gehören und von der Gesellschaft als nicht all zu ungewöhnlich betrachtet werden bzw. Omegas nicht als ‚wertvoll‘ genug betrachtet werden, als dass um Vorfälle solcher Art ein all zu großes Aufheben gemacht würde.

Gegen die Hitze können Omegas jedoch Medikamente einnehmen, die sowohl die Symptome als auch die Aussonderung der Pheromone unterdrücken. Allerding sind diese Tabletten sehr teuer und wirken nicht bei jedem Omega gleich zuverlässig, weshalb es sie in unterschiedlichen Dosierungsstärken gibt. Meine Erfahrung mit Omegaversen ist bisher aber eher die, dass diese Pheromonhemmer gefühlt so gut wie nie funktionieren, ehm… Effektiver scheinen Mittel zur Empfängnisverhütung zu wirken, die Omegas ebenfalls einnehmen können, wenn sie ungeschützten Geschlechtsverkehr haben und nicht schwanger werden wollen. Diese Gefahr ist für Omegas allgemein – und den Protagonisten in Unser unstillbares Verlangen im Speziellen – definitiv stark erhöht, denn Karasuma verlustiert sich im Manga munter durch die Reihen seiner Kunden und Vorgesetzten.

Paarbindung

Ein Alpha und ein Omega können eine sogenannte Paarbindung eingehen, wenn der Alpha den Omega während des Geschlechtsverkehrs in der Hitze in den Nacken beißt. Wurde eine solche Bindung eingegangen, kann der betroffene Omega nur noch Geschlechtsverkehr mit ’seinem‘ Alpha haben, der fortan ebenfalls nur noch auf die Pheromone ’seines‘ Omega reagiert. Geschlechtsverkehr mit einem anderen Alpha / Omega löst fortan starke Krankheitssymptome aus. Die Verbindung, die auf diese Art zwischen den beiden Geschlechtern entsteht, wird in Omegaversen als noch stärker als die innerhalb einer Familie oder zwischen ’normalen‘ Liebenden beschrieben. Man kann eine Paarbindung als schicksalhaftes Band verstehen, das die beiden Partner für den Rest ihres Lebens aneinander bindet und vor allem für einen Omega die persönlichen Lebensumstände schlagartig verbessert, da der Alpha ihm Schutz sowie finanzielle Sicherheit und sozialen Aufstieg bietet. Vor allem aber verschwindet die Wirkung der eigenen Pheromone auf andere Alpha, weshalb der Omega fortan ein sehr viel ruhigeres und ungefährlicheres Leben führen kann. Eine einmal eingegangene Paarbindung kann nicht mehr aufgelöst werden, sie hat Bestand bis zum Tod eines der beiden Partner, weshalb eine solche Entscheidung wohl überlegt sein will.

Aufgrund der vielen persönlichen Vorteile liegt es natürlich auf der Hand, dass viele Omega nach einer solchen Paarbindung streben und sich auf der Suche nach ihrem vom Schicksal vorherbestimmten Partner befinden. Diesem Ziel stehen jedoch einige Hürden im Weg, zunächst einmal der ganz simple Umstand, dass es mehr Alphas als Omegas gibt und die Versuchung für einen Alpha daher groß ist, im Affekt und um der Fortpflanzung Willen einen willkürlichen Omega an sich zu binden, wenn sich die Gelegenheit bietet. Um sich davor zu schützen, den Rest ihres Lebens an einen im schlimmsten Fall brutalen Alpha gebunden zu sein, tragen viele Omegas eine Art Halsband, welches den Nacken beim Sex mit fremden Alphas schützt. Es kann jedoch auch die entgegengesetzte Situation eintreten, nämlich die, dass ein Omega verzweifelt einen Alpha liebt, der jedoch sein Herz bereits an einen anderen Omega verloren hat, denn in manchen Omegaverse-Versionen gibt es auf Basis der Pheromonkonstellation Paare, die ein sogenanntes Match bilden, was bedeutet, dass eine Paarbindung nur mit diesem einen Alpha / Omega möglich ist. Dies kann für einen anderen Omega bedeuten, dass er niemals die Sicherheit und Geborgenheit erfahren wird, die eine Paarbindung bietet. Und was das bedeutet, wissen wir ja bereits: Der Omega wird den Rest seines Lebens eine prekäre Existenz am Rande der Gesellschaft führen.

Inhalt

Als Keisuke Takaba seine neue Stelle in der Verkaufsabteilung eines renommierten Großunternehmens beginnt, ist er zunächst erleichtert: Es ist weit und breit keiner dieser Omegas zu sehen, für die er nur Verachtung übrig hat. Seine Freude währt jedoch nur wenige Minuten, denn dann bekommt Takaba seinen neuen Vorgesetzten präsentiert, den Leiter der zweiten Verkaufsabteilung – Miyabi Karasuma. Und der ist…? Natürlich ein Omega! Vom ersten Tag an wird Takaba fortan Zeuge, wie Karasuma für neue Aufträge und die Aufrechterhaltung bestehender Geschäftsbeziehungen zu den Mächtigen und Reichen der Geschäftswelt seinen Körper als Gefälligkeit einsetzt und verkauft. Während Takaba Karasuma in der ersten Zeit mit einer Art Abscheu und Ekel beobachtet und sich mit aller Kraft gegen die Annäherungsversuche seines Chefs zu wehren versucht, der schnell durchblicken lässt, dass er an Takaba nicht nur kollegiales Interesse hat und sich von seiner ablehnenden Haltung herausgefordert fühlt, wandelt sich seine Abneigung nach und nach in Mitgefühl und schließlich echte Besorgnis, nachdem Karasuma Takaba einen Blick hinter die Fassade der ‚toughen Firmenschlampe‘ gewährt.

Takaba erkennt, dass das Leben als Omega in einer angesehenen Familie Karasuma tief gezeichnet hat und muss sich, je stärker das Gefühl aufrichtiger Liebe seinem Vorgesetzten gegenüber wächst, mehr und mehr auch mit seiner eigenen Herkunft, bestehenden Vorurteilen und dem Verhältnis zu seinem Vater beschäftigen. Die Situation verkompliziert sich zusehends, nachdem auch noch Karasumas Exfreund Tobinaga auf der Bildfläche erscheint, mit dem Takabas Chef einstmals eine Paarbindung eingehen wollte. Und welche Rolle spielt in diesen ganzen Verwicklungen Takabas Kollege Shingo Uto, der ebenfalls ein sexuelles Verhältnis mit Karasuma zu führen scheint? Takaba wird nicht darum herumkommen, sich letztendlich mit seinem eigenen Verlangen, seinem Dasein als Alpha und seiner Einstellung Omegas gegenüber auseinandersetzen zu müssen, wenn er den letzten entscheidenden Schritt gehen und Karasuma ganz für sich alleine haben möchte. Denn was Takaba seinem Vorgesetzten gegenüber wirklich fühlt, echte Liebe oder einfach nur großes Mitgefühl, steht im wahrsten Sinne des Wortes noch einmal auf einem anderen Blatt Papier.

Der zweite Band konzentriert sich übrigens nicht mehr ausschließlich auf Karasuma und Takaba, sondern führt ein weiteres potenzielles Pärchen ein: Takabas Beta-Kollegen Uto und den jungen und nach sozialem Aufstieg strebenden Omega Sasabe, der im Gegensatz zu Karasuma keine Alphas, sondern Betas verachtet. Von seinem ehemals besten Freund vergewaltigt, der ein Beta war, liegt ein hartes Stück Arbeit vor Uto, wenn er als Vorgesetzter Sasabes Anerkennung und Vertrauen gewinnen will. Dieser Prozess läuft nicht ohne Zwischenfälle ab und am Ende steht der Liebe der beiden ein entscheidender Faktor im Weg: Uto ist als Beta nicht in der Lage, Sasabe durch eine Paarbindung von seinen Qualen zu erlösen, die er als Omega durchlebt.

Artwork

Omegaverse sind Geschmackssache, aber über das Artwork von Unser unstillbares Verlangen muss man in meinen Augen nicht lange diskutieren. Kei Kusabi fängt die Geschichte um Karasuma, Takaba, Uto und Sasabe in wundervoll weichen und luftigen Zeichnungen ein, die vom Stil her stark an Rihito Takarais BL-Reihe Ten Count erinnern. Auch die optische Gestaltung der Reihe mit ihren übersichtlichen Panels, die vor allem in den Sexszenen die dringend benötigte Ruhe in die bewegte Szenerie und die vielen Lautmalereien bringen, lässt die Handschrift von TOKYOPOP durchscheinen. Kei Kusabis Zeichenstil wirkt trotz seines teilweise skizzenhaften Charakters allerdings noch einmal einen Tick ausgereifter, leichter und unbeschwerter als der von Rihito Takarai und auch die Figuren der Mangaka erscheinen visuell erwachsener und reifer als Kurose und Shirotani. Außerdem ist die Reihe eine der wenigen, deren Coverartwork den Stil ihrer Mangaka bereits sehr authentisch einfängt. Ich würde ohne zu überlegen einen meiner Zehen opfern, wenn ich dafür die gesamte Reihe in Farbe lesen könnte. Bei mir trifft Unser unstillbares Verlangen auf jeden Fall voll ins Schwarze, denn ich liebe diese Art von Zeichnungen, die bei aller Weichheit trotzdem relativ plastische Figuren mit großer Ausstrahlung erzeugen.

Lasst euch übrigens nicht von den glitzernden Fischen und Kristallen, zärtlichen Gesten und dem leichten Rosastich auf dem Titel der beiden Bände abschrecken oder in die Irre führen – so rosarot geht es in der Reihe keinesfalls zur Sache, denn auch, wenn man es ihr optisch nicht gleich ansieht: Unser unstillbares Verlangen ist eine 18+-Lizenz. BL-Titel können halt einfach nicht ohne etwas Gefunkel und Geglitzer und so kann es wie hier passieren, dass selbst das Cover der pornografischsten BDSM-Werke noch suggeriert, dass im Inneren plüschige Teddybären gekuschelt und Kirschen aus irgendwelchen Bauchnabel genuckelt werden. Dazu kann ich in diesem Fall nur sagen: möööööp!

Besonders reizvoll sind in Unser unstillbares Verlangen unterschiedliche Perspektiven eingesetzt, aus denen vor allem die Sexszenen gezeichnet sind. Hierdurch und durch den Einsatz verschieden strukturierter Rasterfolien und differenzierter Grautöne wird eine angenehme Dynamik in den Zeichnungen geschaffen, die dadurch nicht nackt und weiß und somit langweilig wirken, sondern dem Auge des Lesers beim Betrachten visuell mehr Abwechselung als in Ten Count bieten. Die durchaus detaillierteren Hintergründe sind dezent gehalten und auf die notwendigsten Elemente reduziert, weshalb sie eher eine schöne Kulisse bilden, als dass sie viel zur Wirkung des Artworks beitragen. Der Fokus liegt ganz klar auf den wirklich wunderschön gezeichneten und proportional makellos umgesetzten Figuren, die aufgrund der Kombination aus mal feinen, mal festen Pinselstriche und ihres hohen und schlanken Wuchses eine beinahe elfenhafte Ausstrahlung erhalten und so hübsch sind, dass sie etwas weltentrückt wirken. Kei Kusabi produziert definitiv sehr androgyne Charaktere. Aus meiner Sicht stechen vor allem die Augen heraus, die durch das zeichnerische Spiel mit Licht und Schatten extrem lebendig wirken und ursächlich für die ausdrucksstarke Mimik der Figuren sind. Die feinen Gesichtszüge von Takaba scheint stets ein leichter Hauch von Schmerz zu umwehen und Karasumas manchmal spöttische Blicke, hinter denen er seine Qual und Einsamkeit verbirgt, entspringen ohne Zweifel einer meisterlichen Feder, machen aber gleichzeitig deutlich, was man in diesem Manga erwarten kann: Gefühle. Unfassbar viele Gefühle. Und noch mal Gefühle. Gefüüüüüüüühle, wohin das Auge blickt. Unser unstillbares Verlangen gehört zu den Mangareihen, die damit nicht geizen. Da wird selbst das Einschenken des Kaffees zu einem emotional bedeutenden Moment der Handlung. Aber was soll ich sagen? Ich liebe es! Alleine das Artwork rechtfertigt aus meiner Sicht die Lektüre dieses Manga.

Erotische Szenen

Hält man eine der wenigen 18+-Lizenzen in den Händen, mit denen der liebe Gott uns BL-Anhänger manchmal segnet, bedeutet das natürlich sowieso bereits, dass man sich den ergatterten Manga besser erst in den eigenen vier Wänden zu Gemüte führt. Dieser Erwartung wird auch Unser unstillbares Verlangen gerecht, in dem der Leser selbstverständlich zu jeder sich bietenden Gelegenheit Sex serviert bekommt. Und da in Omegaversen mit Sexualpartnern nicht gegeizt wird, bekommen wir Sexszenen eigentlich auch dann geboten, wenn sich keine Gelegenheit anbietet – was uns zur ersten, aber durchaus bedeutenden Einschränkung hinführt: Karasuma geschlechtsverkehrisiert sich zwar munter durch die Chefetage seiner Firma (und auch die anderer Firmen), aber wirklich romantisches Feeling will ob dem Kontext, in den diese Szenen eingebettet sind, nicht aufkommen. Der Manga schafft es zwar weitestgehend, offensichtliche Vergewaltigungen zu vermeiden (weitestgehend meint hier nicht, dass die Reihe ganz ohne auskommt), indem Karasuma sich im weitesten Sinne freiwillig als Sexualobjekt anbietet, aber streng betrachtet geschieht auch dies aus Angst um seine berufliche und soziale Stellung, die er ohne Rückhalt verlieren würde, wenn er besagten ‚Deals‘ nicht zustimmen täte.

Karasuma sagt über sich selber aus, dass sein beruflicher Erfolg alleine auf der sexuellen Anziehungskraft seines Omega-Körpers ruht und er sich aus diesem Grund seinen Körper zur Waffe gemacht habe, die ihm Aufstieg und eine gesicherte Position in der Firma erkauft. Diese Aussage ist insoweit zutreffend, als dass sie rein objektiv betrachtet wahr erscheint, denn seine größten Aufträge erzielt Karasuma tatsächlich, indem er nach Abschluss eines erfolgreichen Deals zum Gangbang mit dem Partnerunternehmen einlädt. „Das war wahrhaftig ein Abbild der Hölle“ stellt Takaba treffend fest, nachdem er gleich an seinem ersten Tag unfreiwillig in ein solches ‚Meeting‘ stolpert. Karasuma macht sich seinen durchaus nicht unattraktiven Körper und die Kraft seiner Pheromone zu Nutzen, indem er genau das tut, was die Gesellschaft von einem Omega erwartet: Er schläft sich hoch. Und weil er genau diesem Vorurteil entspricht, bleiben seine fachlichen Kompetenzen verborgen und niemand außer Takaba erkennt, dass Karasuma seine Position als Abteilungsleiter nicht nur wegen seines Geschlechts bekleidet: Karasuma ist, von seinen sexuellen Eskapaden abgesehen, ein fähiger Vorgesetzter.

Obwohl die Szenen, in denen Karasuma sich mit seinen Vorgesetzten und Kunden verlustiert, schön durchkomponiert sind und auch hier der sinnliche Zeichenstil von Keri Kusabi dazu beiträgt, dass das Betrachten nicht zu einem abschreckenden Erlebnis wird, gerade auch, weil Karasuma ein wirklich hübscher Uke mit einem sehr femininen Körper ist, haben diese bei mir nichts bewirkt als Abscheu vor der Rücksichtslosigkeit, mit der hier auf der Würde eines Menschen herumgetrampelt wird. Wenn ihr solche Manga also eher mit Spitzen Fingern anfasst, dann rate ich euch von dieser Reihe ab – ihr werdet an Unser unstillbares Verlangen keine Freude haben. Trotzdem behaupte ich, dass sich der Manga für alle anderen unter euch lohnt, die Gewalt in fiktiven Werken nicht völlig ablehnen, denn in den Szenen, in denen Karasuma über den völlig hilflosen Takaba herfällt, kommt durchaus erotisches Prickeln auf – die beiden sind, obgleich alle Figuren sehr hübsch sind und einen ziemlich androgynen Touch aufweisen, ein heißes Pärchen und die bestehenden Spannungen tragen nur einen weiteren Teil dazu bei, dass einem spätestens gegen Ende des ersten Bandes die Schweißperlen auf die Stirn treten.

Was mir an diesem Omegaverse-Werk besonder gefällt, sind die animalischen Anleihen, die die Mangaka auf sehr erotische Weise umsetzt. Karasumas Hitzeperiode und der Biss in den Nacken, der für die Entstehung einer Paarbindung notwendig ist, sind dem Paarungsverhalten von Tieren nachempfunden und kommen in jedem Werk dieses Untergenres vor, aber Keri Kusabi versteht es meisterhaft, diese kleinen Gesten in sehr erotische Kompositionen zu übersetzen. Takabas schmerzhaftes Verlangen nach Karasuma fängt die Mangaka in tollen Bildern ein, in denen Takaba sich beispielsweise zärtlich in Karasumas Nacken schmiegt oder zart mit der Zunge über diesen leckt. Auch die Küsse und Berührungen sind stimmig und zeigen dem Leser genau das, was er sehen will. Hier sitzt jeder Strich und jede noch so kleine Detailzeichnung. Dass Unser unstillbares Verlangen gegen Ende des ersten Bands sogar etwas romantisch wird, ist für die Zweifler unter euch vielleicht Motivation genug, bis dahin durchzuhalten. Und in der Zwischenzeit sorgt Karasuma dafür, dass es Takaba (und uns) in sexueller Hinsicht nicht langweilig wird.

Zum Abschluss dieses Absatzes erlaubt mir übrigens noch die Bemerkung, dass die Reihe zensiert ist: Müssen die Geschlechtsteile gezeigt werden (in manchen Positionen lässt sich dies nun mal nicht vermeiden, ähm…), sind sie mit einer ‚Kritzellinie‘ übermalt oder die Figuren wurden schlichtweg kastriert. Das Vorkommen beider Techniken hält sich jedoch in Grenzen, denn was erst mal ihr wisst schon wo drinsteckt, muss sowieso nicht dargestellt werden und in den meisten anderen Szenen legt die Mangaka den Fokus stark genug auf andere Körperpartien (den Mund, die Hände, die Gesichter), sodass die Zensur keineswegs störend wirkt oder zu sehr ins Auge sticht – autsch! In allen Omegaversen gibt es außerdem ein relativ stark ausgeprägtes Uke-Seme-Schema, aber in Unser unstillbares Verlangen habe ich dies nicht als klischeebehaftet oder zu ausgeprägt wahrgenommen. Takaba legt als Alpha Karasuma gegenüber zwar das berüchtigte Besitzdenken an den Tag und die Geschlechterverteilung in Alpha, Beta und Omega bedingt, dass Karasuma in der Beziehung beim Sex ein Bottom ist, aber von diesen beiden Merkmalen abgesehen, ist Karasuma keineswegs ein weinerlicher oder unselbstständiger Charakter, sondern eine durchaus starke Figur, die für meinen Geschmack zum Ende hin etwas zu sehr in eine weibliche Rolle gedrückt wird. Und natürlich wird es den ein oder anderen unter euch nerven, dass sich einer immer ziert – entweder der Uke oder Seme. Solche Konstellationen können sich wie Kaugummi ziehen und wir finden ein wenig von dieser Zähigkeit auch in Unser unstillbares Verlangen, aber durch die ganzen Emotionen, die durchaus düstere und dramatische Atmosphäre und die Ausflüge in Takabas und Karasumas Vergangenheit wird der Manga nicht langweilig, sondern bietet denjenigen gute Unterhaltung, die sich auch auf Geschichten einlassen können, die inhaltlich ’nicht so viel hergeben‘, sondern deren Reiz eher in über sie hinausreichenden Perspektiven liegt, die im Manga angeboten werden.

Figuren / Inhalt

In sexueller Hinsicht finde ich Omegaverse weniger reizvoll und zähle sie nicht zu meinen bevorzugten BL-Manga, aber in Hinblick auf die sozialen Thematiken, die hier aufgegriffen werden, stellen sie eine sehr lohnenswerte Lektüre dar. Sicherlich konntet ihr euch bis hier schon denken bzw. es ist angeklungen, dass diese Art von Manga die geschlechtliche Diskriminierung in den Mittelpunkt stellen. Darüber hinaus geht es jedoch auch um soziale Hierarchien, Machtgefälle, menschliche Würde und die Wertschätzung gegenüber dem eigenen Selbst, um nur einmal einige Aspekte aufzugreifen. Einmal mehr wird der Leser in Unser unstillbares Verlangen mit dem Umstand konfrontiert, dass die intellektuelle oder körperliche Leistung, zu der ein Mensch eigentlich fähig ist, hinter der geschlechtlichen Komponente verschwindet oder von dieser überlagert wird. Karasumas fachliche Kompetenz im Beruf wird vollkommen von dem rein sexuell geprägten Blick verdeckt, den die Gesellschaft auf das Omega-Geschlecht hat. Durch sein Verhalten führt Karasuma dieser Perspektive zwar stetig Nahrung zu, aber letztendlich greift er instinkthaft einfach die einzige Option auf, die ihm die sehr statischen sozialen Strukturen dieses Alternativuniversums lassen: Er setzt seinen Körper ein, um seine soziale Position zu sichern und zu festigen. Wer in diesem Gesellschaftssystem auf- und wer absteigt, entscheidet sich alleine aufgrund des biologischen Geschlechts und einer Rangordnung, die die Individuen mit natürlichen Einschränkungen – die Omegas – ausgrenzt und zu „Ficklöchern“ degradiert, wie Karasuma es so schmeichelhaft formuliert. Es ist eine von animalischen Vorbildern und Rudelverhalten geprägte Gesellschaftsstruktur, die der Leser hier vorgesetzt bekommt, ein Ort, an dem das von Natur aus ‚überlegene‘ Geschlecht, die Alphas, die Gesellschaft dominieren. Wenn man um die auch gegenwärtig noch beinahe ausschließlich von Männern dominierte japanische Gesellschaftsstruktur weiß, kann man hier problemlos gewisse Parallelen hineininterpretieren, indem man die japanischen Frauen (und viele andere Frauen weltweit) an die Stelle der Omegas setzt.

Auch Karasuma musste seit seiner Kindheit erfahren, dass er – in den Augen seines Vaters und der Gesellschaft – als Omega nichts wert ist. Umso verständlicher wird seine Ablehnung den Alphas gegenüber und umso stärker seine Irritation, als er auf Takaba trifft, der Omegas zwar ebenfalls zu verachten scheint, sich Karasumas Annäherungsversuchen jedoch mit allen ihm zur Verfügung stehenden Mitteln zu entziehen versucht. Takabs stille Rebellion gegen dieses System, mit dem Karasuma sich mit der Zeit arrangiert und in dem er einen für ihn halbwegs komfortablen Platz gefunden hat, macht Karasuma zunächst wütend und er versucht, Takabas Willen zu brechen. Karasumas Verstand kann eine längere Zeit nicht begreifen, dass es in den Augen eines anderen Menschen für ihn einen anderen Platz geben könnte als den der „läufigen Stute der Firma“ (ein weiterer charmanter Ausdruck von Karasuma). Was Takabas Chef zu diesem Zeitpunkt noch nicht erkennt, ist, dass Takaba sich nicht aus Geringschätzung seinem Chef verweigert, sondern vielmehr aus Menschlichkeit. Mit der Zeit zeigt sich, dass Takaba Karasuma auch für seine beruflichen Fähigkeiten zu achten lernt und er diese rationale Komponente nicht durch instinktgesteuertes Verhalten herabwerten möchte, auch aus Respekt seinem Vater gegenüber, der ebenfalls ein Omega ist. Takaba hat für sich beschlossen, dass er nicht so sein möchte wie all die anderen Alphas, so verächtlichen anderen Menschen gegenüber, deren individueller Wert vollkommen hinter einem gesellschaftlich Stempel verschwindet. Unser unstillbares Verlangen hebt an dieser Stelle heraus, was Menschlichkeit ausmacht und uns von den Tieren unterscheidet, nämlich die Fähigkeit, dass wir unsere Triebe und Gelüste mit unserem Verstand und Willen dominieren und beherrschen können und damit Einfluss darauf haben, wie wir andere Menschen behandeln und beurteilen wollen. Als Karasuma Takabas Intention erkennt, vollzieht seine Welt eine 180°-Wende und die beiden Figuren beginnen damit, sich einander anzunähern.

Was Takaba an Karasuma zu lieben lernt, ist neben seiner fachlichen Kompetenz seine Willensstärke und die Fähigkeit, selbst aus seiner niedrig gestellten gesellschaftlichen Position heraus noch positive Blickwinkel auf das Leben zu schöpfen. Und Karasuma – der schätzt an Takaba, dass dieser neben seinem Kollegen Uto der einzige zu sein scheint, der den verletzten Menschen mit all seinen Stärken und Schwächen hinter der Fassade des wolllüstigen Omega sieht. Bei allem Schmutz und aller Verdorbenheit, die Unser unstillbares Verlangen dem Leser vor Augen führt, hat mich die Reinheit der Beziehung, die Takaba und Karasuma zueinander aufbauen, sehr berührt und positiv überrascht. Trotz aller Instinkte, Hormone, Triebe und Pheromone, die im Spiel sind, gewinnt man nicht den Eindruck, dass Takaba nur auf einer sexuellen Ebene an Karasuma interessiert ist. Vielmehr beweist Takaba, dass er vor allem anderen den Menschen kennen lernen möchte, der Karasuma ist. Diese aufrichtige Liebe erwidert Karasuma, indem er erklärt, dass sein Leben zwar hart und voller Hindernisse sei, aber am Ende eben auch nur das übrig bliebe, was wirklich wichtig sei – Takaba! Und mit dieser Aussage vollzieht der Manga endgültig die Wende hin zu einer durchaus berührenden Liebesgeschichte mit ganz viel Gefühl und Emotionen, deren Themen tiefer reichen, als man vielleicht auf der ersten Blick erkennen mag. Unser unstillbares Verlangen ist ein in jederlei Hinsicht leidenschaftliches Plädoyer gegen Diskriminierung und dafür, dass jeder Mensch gleich viel Wert ist, unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion, sexueller Orientierung oder Herkunft und dass oftmals die augenscheinliche Distanz schwindet, wenn wir einmal mehr einen Blick hinter die Fasse unseres Gegenüber riskieren, der oftmals vor allem eines beweisen wird: Dahinter sind wir alle ziemlich gleich. Und in diesem Sinne dürfen wir uns mit dem dritten Band von Unser unstillbares Verlangen, der im Oktober 2019 erscheinen wird, auf die Geschichte freuen, die sich zwischen Uto und Sasabe entspinnen wird.

Fazit

Ihr wart bisher immer davon überzeugt, Omegaverse sind versaut und seltsam und es geht darin eigentlich nur um Sex und Vergewaltigungen? Dann kann ich euch an dieser Stelle sagen: Ihr habt ohne Zweifel recht! Aber ich kann euch auch versprechen, dass ihr trotzdem etwas verpasst, wenn ihr Unser unstillbares Verlangen von Keri Kusabi keine Chance gebt, denn der Manga wird nicht alle, aber zumindest einen Teil eurer Vorurteile oder Erfahrungen widerlegen. Warum ich mir da so sicher bin? Bereits das wundervoll weiche und luftige, dabei gleichzeitig erwachsene und reife Artwork spricht für sich, aber auch die Stereotypen, die man in fast allen Omegaversen findet und denen wir im ersten Band begegnen, lösen sich nach und nach auf und machen einer sehr zärtlichen Liebesgeschichte Platz, die viele gesellschaftliche Themen anreißt und umspannt, wie (geschlechtliche) Diskriminierung, soziale Strukturen und Machtgefälle sowie Menschenwürde und Selbstachtung. Unser unstillbares Verlangen punktet damit weniger mit einer komplexen Handlung, sondern vielmehr mit einem interessanten Gedankenmodell, das den Leser in ein mit Bedacht konstruiertes Alternativuniversum entführt. Und nicht zuletzt liegt mit der Reihe endlich mal wieder ein Manga vor, der – so viel Profanität müsst ihr mir erlauben – der Mangaka viel Raum für erotische Szenen bietet, die hervorragend durchkomponiert sind und gegen Ende zunehmen leidenschaftlicher werden.

Nun wünsche ich euch noch einen wundervollen restlichen September – genießt die letzten warmen Sonnenstrahlen! Wenn sich im Oktober die Blätter bunt färben, lesen wir uns wieder.

Jaa mata ne, eure Amaya


10 Kommentare

Aluca · 22. September 2019 um 17:50

Gerade wollte ich hier die Frage aufwerfen, wann es mit dieser Reihe denn endlich mal weitergeht, weil ich sie wirklich gut finde… Und dann lese ich da in der Bildunterschrift, dass Band 3 schon Ende Oktober erscheint, juhuu! 😀
Und wieder eine sehr schöne Rezension, die Lust macht, die ersten beiden Bände noch mal zu lesen. Ich finde das Thema Omegaverse eigentlich ganz interessant, allerdings kenne ich auch noch nicht sehr viele Werke aus dem Subgenre. (Hab bisher nur einen Gay Romance-Roman zu dem Thema gelesen). Auf deutsch gibt’s ja keine anderen Mangas dazu, oder?

    Amaya · 23. September 2019 um 20:16

    Hallo Aluca,

    TOKYOPOP hat den dritten Band jetzt bereits für den 11. Oktober angekündigt! Dann sind wir vielleicht schon zwei Verrückte, die in die Buchhandlung stürmen.

    Ich habe einige andere Omegaverse auf Englisch gelesen, aber „Unser unstillbares Verlangen“ ist – so weit ich weiß – bisher tatsächlich die einzige deutsche Publikation, die sich dieses Untergenres annimmt. Ich glaube aber, wir haben da auch nicht so wahnsinnig viel verpasst – alle anderen Omegaverse, die ich kenne, fand ich bisher eher, ehm… so lala. Die Reihe von Keri Kusabi ist da bereits eine der besseren. Die Mangaka hat allerdings noch andere Werke zu diesem Thema gezeichnet. Vielleicht haben wir ja Glück und TOKYOPOP bringt irgendwann noch einen weiteren Manga von ihr heraus.

    Gay Romance ist für mich ganz neues Terrain, ich wusste gar nicht, dass es da auch diese Thematik gibt. Wie hieß denn der Roman, den du gelesen hast? Ich bin schon länger am überlegen, ob ich mich da auch einmal ranwage, fürchte aber, dass ich danach noch verlorener bin als eh schon, wenn nun noch Romane dazu kommen…

    Liebe Grüße
    Amaya

      Aluca · 25. September 2019 um 19:39

      Da ich den aktuellen Boys Love Manga-Markt weitestgehend abgegrast habe (zumindest das, was mich interessiert), habe ich mich vor ca. 3 Monaten dem weiten und sehr abwechslungsreichen Feld der Gay Romance-Romane zugewandt. Und seitdem bin ich süchtig nach diesen Büchern! Von super-romantischem Kitsch bis zu hartem BDSM und Gestaltwandlern gibt es alles, was das BL-Herz begehrt 😀 (Wenn es dich interessiert, kann ich dir gerne ein paar Empfehlungen geben)

      Das Buch zum Thema Omegaverse, das ich gelesen habe, heißt „Der Duft der Omega-Wölfe“. Wobei das eher düster und dramatisch und weniger romantisch ist. Zumindest der erste Band, den zweiten hab ich noch nicht gelesen. Die Leseliste auf meinem Kindle ist ziemlich lang 😉

        Juliet · 26. September 2019 um 12:21

        @Amaya
        Nachdem ich deine Review vor ein paar Tagen gelesen habe, war ich ziemlich angefixt und hab mir direkt Band 1 & 2 geholt und auch schon gelesen. Bin wirklich sehr positiv überrascht 🙂 Dann sind wir ja jetzt schon drei Leute, die sich am 11. Oktober auf Band 3 stürzen 😀

        @Aluca
        Jetzt hast du mich tatsächlich auch neugierig gemacht bezüglich Gay Romance-Romane. Hätte schon Lust, mal einen Roman aus diesem Genre zu lesen. Welche würdest du denn empfehlen? 🙂

        LG
        Juliet

          Aluca · 26. September 2019 um 18:03

          Liebe Juliet,

          um etwas zu empfehlen, müsste ich natürlich erstmal wissen, wonach dir der Sinn steht – eher zart oder eher hart 😉

          – In jedem Fall empfehlen kann ich „Loving Silver“ von M. S. Kelts (sowie alle anderen Bücher der Autorin). Liebenswerte Charaktere, sexy, spannend, gefühlvoll, charmant – ein wirklich wunderschönes Buch und gut als Einstieg in das Genre.
          – Für Gestaltwandler-Fans empfehle ich die Bücher von Bianca Nias (Gay Romance mit Thriller-Story).
          – Wenn man Dreiecksbeziehungen mag: „Drei Ehemänner ist keiner zu viel“ von Jessica Martin; „Im Fokus der Leidenschaft“ von L.A. Witt.
          – Wenn man ein bisschen ausgefallenere und sexlastigere Storys mag (Biker, Mafia, Harem, diverse Kinks): alle Bücher von K.A. Merikan
          – ebenfalls eher sexlastig + leichtes BDSM: die Bücher von Andy D. Thomas
          – „Thekenwelt“ von Violet Mascarpone (härteres BDSM, interessante, kaputte Charaktere)
          – „Irgendwie Top“-Reihe von Chris P. Rolls (sexy und einfach unterhaltsam)
          – „Leon & Mick: 24/7“ von Simon Ryhs Beck (leichtes BDSM, charmante Charaktere)
          – „Teach me hunger, Mr. King“ von Ray van Black (Schüler x Lehrer, sehr dramatisch)

          Wie man vielleicht sieht, stehe ich eher auf etwas unkonventionelle Gay Romance-Romane, die das gewisse Etwas haben. 08/15 Lovestory und Kuschelsex finde ich eher öde. Alle hier genannten Bücher haben mir ausnahmslos gut bis sehr gut gefallen, weil sie schön geschrieben sind, eine gute Portion heiße Erotik und Romantik enthalten (auch die härteren!) und sympathische Figuren haben, weshalb ich sie wärmstens empfehlen kann 🙂

          Amaya · 26. September 2019 um 18:22

          Hallo Aluca,

          ganz lieben Dank für die guten Empfehlungen! Ich wollte gerade danach fragen, aber Juliet kam mir zuvor. Auf deiner Liste findet sich ja wirklich für jeden Herzenswunsch das Passende – ich bin mir ziemlich sicher, dass ich bei einem der BDSM-Titel in naher Zukunft einmal zuschlagen werde. Und wenn das danach ausartet, holen wir dich zurück in die Verantwortung 😉.

          Liebe Grüße
          Amaya

          Amaya · 26. September 2019 um 18:16

          Hallo Juliet,

          ich sehe schon, die Mangahändler werden sich am 11. Oktober gar nicht mehr retten können 😉.

          Liebe Grüße
          Amaya

          Juliet · 27. September 2019 um 17:19

          Hey Aluca,

          danke für die Empfehlungen 🙂 Ich kann mit klassischen 08/15-Geschichten meistens auch nicht so viel anfangen und bin daher für vieles offen (solange es nicht zu stark in Richtung BDSM geht). „Loving Silver“ klingt für den Anfang ganz interessant, da werde ich mal reinschauen.

          Liebe Grüße
          Juliet

bluebell.honeybee · 24. September 2019 um 17:23

das große weite omegaverse… da gibt es ein paar wirklich schräge, lustige und kranke Titel (halt auf Englisch) aber einer meiner liebsten im Augenblick ist „Kemonohito Omegaverse“ und welcher auch mal ein bischen aus der Reihe sticht ist „Megumi to Tsugumi“… der erst genannte… naja sagen wir mal so die Hauptprotagonisten leben aneinander vorbei…( aber sooooo süß (am Ende)) und der zweit genannte ist einfach nur witzig… cheerio 🙂

    Amaya · 24. September 2019 um 18:08

    Hallo bluebell.honeybee,

    vielen Dank für die Lesetipps, „Kemonohito Omegaverse“ kenne ich noch nicht.

    Liebe Grüße
    Amaya

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