Titel: Coyote

Genre: Boys‘ Love, Fantasy, Mystery, Romance, Drama, Werwolfes

Zeichnungen / Story: Ranmaru Zariya

Bände: 1 / fortlaufend

Verlag: Carlsen Manga

Erscheinungsjahr des 1. Bandes: 2018

Erotische Szenen: ❤❤❤

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Der Oktober ist fast rum und kurz vor knapp melde ich mich endlich mit einem neuen Beitrag zurück! Ich hoffe, ihr habt alle die lästige Zeitumstellung gut hinter euch gebracht, die erste Erkältungswelle überlebt und seid jetzt auf den Herbst eingestellt, am besten mit Tee, Schokolade und den ersten Lebkuchen, so wie ich *zwinker*. Da ich seit Kurzem in einem Bundesland wohne, in dem der Reformationstag ein Feiertag ist, bin ich heute unerwartet in den Genuss eines freien Tages mitten in der Woche gekommen und habe endlich wieder Zeit, einen neuen Manga zu lesen und euch vorzustellen. Und glaubt mir, ich war selten so aus dem Häuschen über eine Neuerscheinung (wobei, so neu ist besagte Neuerscheinung nun schon nicht mehr, aber ich komme aktuell einfach nicht schneller hinterher *schwitz*). Aber was solls, dieser Umstand soll die Freude an diesem kleinen BL-Meisterwerk nicht trüben.

Als ich Coyote vor einigen Monaten unerwartet in der Liste der Neuerscheinungen von Carlsen Manga entdeckt habe, war ich unglücklicherweise gerade beim Essen (immerhin, zum Glück alleine). Mir ist die Gabel aus der Hand gerutscht (oder eher, ich habe sie von mir geworfen) und ich habe dabei leider eine in Tomatensoße getränkte Spaghetti quer durch den Raum befördert, sodass seitdem ein roter wurmartiger Abdruck an meiner Tapete prangt. Ja, auch so kann man ein Stück Lebensgeschichte in den eigenen vier Wänden verewigen *seufz*. Es hat keine fünf Sekunden gedauert, bis ich mein Handy wieder in der Hand hatte (war ebenfalls runtergefallen…) und während der Amazon-Bestellung fast mein Display zerbrochen habe, weil ich wie eine Irre auf den Kaufen-Button gehämmert habe. Ihr merkt, das war jetzt ein Wink mit dem Zaunpfahl, der andeuten soll, dass ich bereits seit Eeeewigkeiten darauf hoffe, dass Coyote in Deutschland publiziert wird. Ich liebe, liebe, liiiiiiebe die Werke von Ranmaru Zariya, die allesamt wahnsinnig erotisch und unfassbar schön gezeichnet sind und dabei noch eine spannende Geschichten erzählen.

Eigentlich gibt es viel mehr gar nicht zu sagen und ich könnte die Rezension an dieser Stelle beenden *zwinker*. Aber wie ihr mich kennt, kann ich es in Bezug auf jedweden BL-Manga einfach nicht bei ein paar knappen Worten belassen und bevor ich vor lauter Glückseligkeit platze, werde ich im Folgenden doch lieber meinen Laptop malträtieren und einige Absätze tippen, um allen Freunden und meiner Familie die Schweinerei einer geplatzten Tochter / Freundin zu ersparen. Ich weiß auch nicht, was man in diesem Fall auf den Grabstein schreiben sollte… „Wir hoffen, unsere liebe Tochter und Freundin ruht jetzt in Frieden an einem besseren Ort, an dem sie einen flotten Dreier mit Coyote und Josh (Anm. der Autorin: die beiden Protagonisten aus Coyote) haben kann?“ Ok, lassen wir das *räusper*. Ich denke, ich widme mich an dieser Stelle lieber dem Inhalt des Manga.

Inhalt

Abend für Abend zieht es den Werwolf ‚Lili‘ in eine Pariser Piano-Bar, in welcher der gut aussehende Pianist ‚Marlene‘ für die musikalische und nächtliche Unterhaltung der Gäste sorgt. Obwohl Lili sich von Marlenes Musik und dem Pianisten körperlich angezogen fühlt, weicht er Marlenes eindeutigen Angeboten zunächst aus. Der Grund für Lilis Zurückhaltung offenbart sich Marlene unerwartet in einer Vollmondnacht: In Coyote verwandeln sich die Werwölfe in einer solchen nicht in einen Wolf, sondern werden von einer Art Läufigkeit heimgesucht, die sieben Tage und Nächte anhält und sich in einem unerträglichen sexuellen Verlangen äußert. Marlene, der kurz überrascht ist, begreift jedoch schnell die Lage und bringt Lili in das berühmte Moulin Rouge, indem sich eine Prostituierte um sein ‚Problem‘ kümmern soll, da Lili Marlene als Partner nach wie vor ablehnt. Die Situation gerät jedoch außer Kontrolle (beziehungsweise Marlene kann nicht mehr an sich halten *hust*) und nach einer leidenschaftlichen gemeinsamen Woche verlieben sich Lili und Marlene langsam ineinander.

Unausgesprochen steht jedoch ein Geheimnis zwischen den beiden Männern im Raum, dass ihre Beziehung spätestens im zweiten Band auf eine harte Probe stellen wird. Während Lili, dessen tatsächlicher Name Coyote lautet, einem Rudel Werwölfe angehört, das, verborgen in der Pariser Unterwelt, von einem Wolf namens Kiefer angeführt wird, heißt Marlene in Wirklichkeit Joshua Garland und entstammt einer alten Pariser Familienlinie, die Werwölfe seit jeher als Jagdbeute betrachtet und Heilmittel aus deren Blut herstellt(e). Der nach einem erbitterten Krieg vor 70 Jahren geschlossene Frieden zwischen Werwölfen und Menschen steht im Manga auf Messers Schneide, seid das Oberhaupt des Garland-Clans und Joshs Großvater, Simon F. Garland, nach Rache für den Mord an seinem Sohn und dessen Frau trachtet. Was wird geschehen, wenn Lili und Marlene von der jeweils wahren Identität ihres Liebhabers erfahren und wie werden sich die beiden Männer zu ihrem Leitwolf und Großvater und den Aufgaben stellen, die die beiden für die Liebenden bereit halten?

Artwork / Gestaltung

Ich lege lieber gleich die Karten auf den Tisch – ihr dürft ab diesem Punkt von mir keinerlei Neutralität mehr erwarten, da ich Ranmaru Zariya wirklich vergöttere und insbesondere Coyote liebe, weshalb alles, was ich schaffen werde, darin besteht, meine überschäumende Euphorie für dieses Werk im Zaun zu halten *zwinker*. So, wo fange ich jetzt am besten an? Vielleicht bei den Farbseiten. Ja, richtig gelesen, F A R B S E I T E N, dieser Manga enthält zu Beginn einige davon. Ich persönlich bin ein großer Fan von kolorierten Seiten, da das Artwork einer Mangaka seinen ganzen Zauber eigentlich wirklich erst vollständig entfaltet, wenn man einige Motive beziehungsweise Zeichnungen in Farbe gesehen hat. Die Schwarz-Weiß-Zeichnungen in einem Manga geben in der Regel nämlich wenig Auskunft darüber, welche Zeichenutensilien die Autorin tatsächlich verwendet und so wird eine farbige Abbildung stets eine angenehme Überraschung bleiben, die den Eindruck, den man von einem Zeichenstil bis dato hatte, noch einmal um 180 Grad drehen kann. In Hinblick auf Coyote haben die Farbseiten meine Hingabe an diese Mangaka nur noch ‚verschlimmert‘, da es die ersten kolorierten Zeichnungen sind, die ich außerhalb der digitalen Welt von Zariya-san zu Gesicht bekomme und sie schlicht und einfach fantastisch finde. Das fängt bereits bei der Wahl der Farben an, die, je nach Wärmegrad, eindrucksvoll die Stimmung des Motivs und seiner jeweiligen Umgebung einfangen. Lili wird in kühlen Farben dargestellt und ist von einer dunklen Nacht und dem hellen Mondlicht umgeben, während Marlene und die Bar, in der er spielt, in warmen Farben erstrahlen und dem ganzen Setting eine behagliche und entspannte Atmosphäre verleihen. Die Mangaka modelliert ihre Zeichnungen mittels starker hell-dunkel-Kontraste, weshalb sich das Spiel von Licht und Schatten eindrucksvoll in allen Szenerien und auf den Gesichtern aller Figuren widerspiegelt. Alle Charaktere wirken hiedurch extrem plastisch und grenzen sich verhältnismäßig stark von zweidimensionalen und eher schnörkellos gestalteten Manga-Figuren ab, wie man sie zum Beispiel in Sekaiichi Hatsukoi findet. Von der Komplexität und dem künstlerischen Anspruch lässt sich sich Ranmaru Zariya mit ihren Zeichnungen in Richtung Maiden Rose oder It’s the Journey not the Destination verorten, wobei die Mangaka einen ganz eigenen Stil mit hohem Wiedererkennungswert praktiziert. Erst in den Farbzeichnungen wird ersichtlich, wie unterschiedlich Lili und Marlene bereits in ihrer optischen Erscheinung sind. Marlene strahlt mit seinen langen blonden Haaren und blauen Augen etwas Warmes und Offenes aus, während Lili mit seinen dunklen Haaren und gelb-grünen Augen von einer geheimnisvollen und bereits angedeutet raubtierhaften Aura umgeben ist. Betrachtet man die beiden flüchtig, wirken sie visuell wie Sonne und Mond, was im Kontext des Manga tatsächlich einen tieferen Sinn ergibt. Hinzu kommt außerdem, dass die Zeichnungen mit einer Art rissigen Struktur überzogen wurden, welche die Bilder ein wenig wie alte und vergilbte Fotos wirken lässt. Das passt sehr gut zu diesem Manga, wie ihr weiter unten lesen könnt. Durch diese Methode erhalten die Motive einen geheimnisvollen Touch.

Da ich bereits auf die Gestaltung der Figuren zu sprechen gekommen bin, will ich dort weiter anknüpfen. Ich habe mich beim Lesen etwas schwer dabei getan, den Zeichenstil der Mangaka zu erfassen, denn irgendwie schwebte mir beim Betrachten der Bilder die ganze Zeit ein spezieller Künstler vor Augen, aber nur sehr vage und ohne, dass ich mich an seinen Namen oder den Ort, an dem ich einmal Bilder von ihm gesehen habe, erinnern könnte. Vielleicht handelt es sich dabei auch nur um einen anderen Manga, aber selbst eine fluchende Google-Recherche hat mir kein Ergebnis eingebracht, weshalb ich an dieser Stelle leider mit keinem direkten Vergleich aufwarten kann *seufz*. Nichtsdestotrotz, Zariya-sans Zeichenstil ist mit Sicherheit einer der schönsten und anspruchsvollsten, die man in der Manga-Szene finden kann. Dabei ist er gleichzeitig sehr individuell. Beim Betrachten der Figuren, insbesondere der Gesichter, musste ich nach einiger Zeit ständig an die antiken Marmorstatuen denken, die man in römischen oder griechischen Museen finden kann. Wer von euch schon einmal in Griechenland oder Italien Urlaub gemacht hat, der weiß vielleicht, was ich meine. Ich habe euch zur Veranschaulichung ein Bild beigefügt, was meine seltsamen Gedankengänge eventuell nachvollziehbarer macht *zwinker*.

Insbesondere die Augenpartie der Figuren kommt diesen marmornen Büsten sehr nahe. Die Umrisse wirken wie in Stein gemeißelt und die Augen erwecken, besonders bei den Werwölfen, durch die zusammengezogenen Pupillen und die ansonsten wenig ausgestaltete Iris einen harten und leeren Eindruck. Ich hatte zunächst ein bisschen Sorge, ob diese wunderschönen und etwas kalten Gesichter zu emotionalen Regungen fähig sein würden, aber davor muss man beim Lesen wirklich keine Angst haben. Die Mangaka versteht ihr Werk und vor allem Lilis Mimik wird unfassbar niedlich und sehr lebhaft, wenn Marlenes Anmachversuche ihn völlig aus der Fassung bringen. Marlene ist insgesamt eher der verhaltene und weniger emotionale Typ, weshalb sein Ausdruck unbeweglicher und steifer wirkt, aber das liegt keinesfalls an den Fähigkeiten der Mangaka, sondern ist Marlenes Charakterdesign geschuldet. Aber wenn wir schon einmal bei antiken Marmorfiguren und griechischen Göttern sind – die Körper der Figuren (also, zumindest die von Lili und Marlene, die anderen sieht man nicht nackt *grins*) wirken ebenfalls wie in Marmor gegossen. Dadurch, dass die Autorin mit sehr detaillierten und Schattierungen und Schraffuren arbeitet, treten jeder Muskel, Muskelstrang und Knochen und jede Haarsträhne extrem deutlich hervor und formen im Zusammenspiel perfekte und stark idealisierte Körper, die trotz leicht femininer Züge einfach wunderschön zu betrachten sind (so pervers das jetzt auch klingen mag, aber ich hoffe, wir verstehen uns hier *räusper*). Das Selbe trifft auf die Gesichter der (anderen) Figuren zu. Die großformatigen Porträt- und Profilzeichnungen sind so bildschön und wohlgeformt, dass einem beim Betrachten schon einmal der Atmen wegbleiben kann. Wenn mich jemand fragen würde, wie Perfektion aussieht, würde ich ihm eine Profilzeichnung von Lili zeigen. Die Mangaka schafft es auf eine sehr faszinierende Art und Weise, in ihren Zeichnungen feminine und maskuline Merkmale zu Gestalten zu verbinden, die – vor allem in Lilis Fall – jenseits von weiblich und männlich zu stehen scheinen. Ich denke, dieser Eindruck entsteht dadurch, dass die Figuren durch die harten Schraffuren körperlich markant und teilweise etwas eckig und kantig und damit maskulin wirken, während die weichen Gesichter, die im Profil zwar scharf geschnitten, insgesamt jedoch mit sehr feinen und luftig wirkenden Linien gezeichnet sind, in Verbindung mit den Frisuren (zum Beispiel den langen Haare von Marlene) ein feminines Erscheinungsbild erzeugen. Besonders Lili wirkt mit seinen großen Augen, der vollkommen glatten und faltenfreien Haut und den fein geschwungenen Brauen an einigen Stellen fast unerträglich jung und schön.

Was mir neben den Zeichnungen der Figuren außerdem wahnsinnig gut gefallen hat, sind das Setting des Manga und die stark ins Detail gehenden Hintergründe. Aufgrund von Marlenes altmodischer Kleidung war ich zu Beginn der Lektüre am grübeln, ob der Manga vielleicht im 19. Jahrhundert spielt, aber als Marlene das erste Mal sein Handy zückt und von sozialen Netzwerken und dem Internet gesprochen wird, war klar, dass man dies wohl offensichtlich ausschließen kann. Trotzdem gehe ich so weit, für Coyote eine eher fiktive Welt anzunehmen, denn der Stil der Bar, in der Marlene arbeitet, die vielen barocken Häuser und nicht zuletzt der pompöse und mit unheimlich viel Liebe zum Detail gestaltete Zustand des Moulin Rouge lassen ahnen, dass hier eigentlich nicht das Paris der Gegenwart abgebildet sein kann. Wobei ich gestehen muss, dass ich aufgrund des Motivs, welches ihr im Titelbild dieses Beitrags sehen könnt, zunächst davon ausgegangen bin, dass die Geschichte in London spielt. Schuld ist der hohe Glockenturm, bei dem ich zunächst an Big Ben dachte. Letztendlich kommt mir diese Mischung aus modernen und barocken Elementen aber entgegen und trifft meinen persönlichen Geschmack, denn ich habe eine große Schwäche für alles, was von Schnörkeln, Stuck und einem Hauch 1890 umweht wird. Und ich meine, Marlene ist Pianist in einer kleinen und verrauchten Bar, die unfassbar authentisch und heimelig wirkt – was, bitteschön, kann romantischer sein als eine heiße Affäre mit einem attraktiven Bar-Pianisten?! Am Rande und unter uns, es ist mir ein Rätsel, wie Lili Marlene so lange die kalte Schulter zeigen konnte, den unser Pianist ist ein echter Womanizer. Ich bekomme jetzt schon wieder ganz weiche Knie *zwinker*.

Überhaupt kann man festhalten, dass die Mangaka in Coyote stark mit Kontrasten arbeitet. Neben dem Gegensatz modern-alt findet sich auf einigen Seiten eine direkte Gegenüberstellung von romantischen Szenen und Motiven, die wie aus einem Horrorfilm entsprungen scheinen. Ein leidenschaftlicher und heimlicher Kuss zwischen den beiden Männern wird visuell auf der selben Seite zum Beispiel mit dem Tod einer Angehörigen des Werwolf-Clans kontrastiert. Das macht deutlich, in welchen Kontext die Beziehung zwischen Lili und Marlene trotz aller Romantik eigentlich gerückt werden muss, und zwar in einen sehr gefährlichen und wagemutigen, denn um die beiden Liebenden herum entbrennt langsam ein Krieg zwischen den Werwölfen und dem Garland-Clan. Sobald die Zeichnungen bewegungsreicher werden, stehen sie ebenfalls im Kontrast zu den ansonsten eher ruhigen und ästhetischen Bildern. Mittels kräftiger linearer Schraffuren erzeugt die Mangaka sehr dynamische Motive, die sich aufgrund der Bewegung stark von anderen Zeichnungen abgrenzen. Ich will jedoch bereits an dieser Stelle darauf hinweisen, dass es von solchen Bilden und damit actionlastigen Momenten im ersten Band nicht viele gibt. Wer also viele Kampfszenen und Schießereien erwartet, der wird enttäuscht werden. Der Manga nimmt sich zunächst sehr viel Raum, um die Hintergründe der Geschichte und die Beziehung zwischen Marlene und Lili zu entwickeln.

Bevor ich mich gleich dem Abschnitt widme, wegen dem wir eigentlich alle hier sind *zwinker*, will ich in Hinblick auf das Artwork noch einen letzten Punkt ansprechen, nämlich die beispiellose Individualisierung der Figuren. Während man vor allem in BL-Manga, die das Highschool-Motiv aufgreifen, oft Schwierigkeiten dabei hat, die einzelnen Figuren auseinander zu halten, eben weil sie sich doch recht ähnlich sehen, ist die optische Palette, die die Mangaka in Coyote aufbietet, beinahe atemberaubend divergent. Wir finden Figuren aller Altersklassen und Typen, denen man ihre Zugehörigkeit auch deutlich ansehen kann. Alleine Kiefer und der alte Garland sind Paradebeispiele dafür, wie ein gutes Figurendesign aussehen kann, wenn man seine Kunst so gut versteht wie Ranmaru Zariya. Wenngleich Simon F. Garland ein verbittertes Ekelpaket und ein gnadenloser Patriarch ist, liebe ich, wie er zeichnerisch umgesetzt wurde. Der alte Mann ist ein Kunstwerk für sich! Gemeinsam mit der wohlüberlegten Setzung und Anordnung der Panele (übersichtlich und nur wenige pro Seite), dem ausgewogenen Text-Bild-Verhältnis und der eindeutigen Zuordnung der Sprechblasen ist Coyote ein BL-Manga, der eigentlich bereits an dieser Stelle keinerlei Wünsche mehr offen lässt und mich in den siebten Manga-Himmel katapultiert hat.

Erotik

Das ist jetzt der Punkt, an dem mir etwas die Finger zu zittern beginnen, denn Kinder, wo soll ich bloß anfangen, Coyote ist einfach unfassbar erotisch! Eigentlich lassen alle Werke von Ranmaru Zariya einen sabbernd zurück, aber in diesem Fall kommt noch einmal der Umstand hinzu, dass Lili ein Werwolf ist und sein Sexualtrieb in gewissen Phasen beinahe unersättlich scheint. Ich habe lange überlegt, wie ich die Geschichte um die beiden Männer zusammenfassen soll und bin zu dem Schluss gelangt, dass wir es hier mit einer schwulen Twilight-Version zu tun habe, in der es nicht um Vampire, sondern eben um Werwölfe geht, und die mit einem Hauch Romeo-und-Julia-Dramatik gewürzt wird. Ihr bekommt hier alles, was euch in Twilight vorenthalten wurde, das verspreche ich euch *zwinker*. In Bezug auf die Figuren haben wir rein optisch eigentlich kein klassisches Uke-Seme-Schema, weshalb der Manga alleine aus diesem Grund bereits einen dicken Pluspunkt von mir bekommt. Allerdings hat die Mangaka eine skandalöse Vorliebe für Seme mit langen Haaren. In beinahe jedem ihrer Werke wird der Uke von einem attraktiven Mann mit wallender Mähne verführt. Mich persönlich stört das nicht, da Marlene trotz (oder gerade wegen?) der langen Haare eine ziemlich, hui, testosteronlastige Erscheinung ist, aber wer nicht so auf diesen Typ Mann steht, für den ist die Paarung vielleicht gewöhnungsbedürftig. Körperlich sind sich die beiden Protagonisten auf jeden Fall ebenbürtig, wenngleich Lili eventuell etwas zarter und aufgrund seines Haarschnitts femininer wirkt als Marlene. Das er im Bett der devote Part ist, liegt daran, dass er in der Phase seiner wölfischen Hitze schlicht und einfach den Verstand verliert und zu nichts anderem mehr in der Lage ist, als sich *räusper* – nun ja, richtig durchnehmen zu lassen. Sorry, das musste halt mal so deutlich gesagt werden *hust*. Marlene nutzt natürlich diese Gelegenheit, wenn sie sich ihm bietet, gnadenlos aus, denn solange Lili Herr seiner Sinne ist, ist es sehr schwer, den misstrauischen und abweisenden Werwolf zu erobern, wenngleich Lili ganz offensichtlich mehr für Marlene fühlt, als er offen zugibt.

Die Manga der Autorin zeichnen sich allesamt dadurch aus, dass man in ihnen niemals 08/15-Sexszenen geboten bekommt, sondern Geschlechtsverkehr ausschließlich an besonderen Orten oder unter speziellen Bedingungen beziehungsweise in unkonventionellen Konstellationen (so nenne ich es jetzt einmal) stattfindet. So verhält es sich auch in Coyote. Der Sex wird unglaublich erotisch inszeniert. In der Szene, in der Lili zum ersten Mal von seinem Sexualtrieb überwältigt wird, hatte ich zunächst die Befürchtung, dass es sich zwischen ihm und Marlene ein wenig wie in den Manga verhalten wird, die im Omega-Universum spielen. Hier gibt es aufgrund spezifischer biologischer Umstände eine Figurengruppe, die von Natur aus über eine extreme Libido verfügt und damit die sie umgebenden männlichen Protagonisten verführt (ein Beispiel ist hier „Unser unstillbares Verlangen“, erschienen vor einigen Wochen im Verlag TOKYOPOP. Übrigens einer der besseren Omega-Verse, den ich empfehlen kann). Wobei in diesen Werken beides ungewollt geschieht, sowohl die sexuelle Verführung als auch das Verführt-Werden und der Geschlechtsakt an sich, da beide Figuren nicht mehr aus freiem Willen handeln. Zum Glück entwickelt sich die sexuelle Beziehung zwischen Lili und Marlene anders und der Leser wird bereits mit der ersten eindeutigen Szene wirklich überrascht. Marlene bietet Lili an, ihm Erleichterung zu verschaffen, doch nachdem dieser ablehnt, bringt Marlene ihn zu einer alten Freundin ins Moulin Rouge. Herma soll an Marlenes Stelle Lilis Sexualtrieb besänftigen. Marlene, ganz Gentleman, will nur Zusehen und für Hermas Sicherheit sorgen. Alles klar, Marlene, wers glaubt *Ironie*… Der Manga bedient an dieser Stelle anschließend so ziemlich sämtliche erotische Fantasien, die man auf einmal haben kann. Herma trägt Seidenstrümpfe und Maske, während Lili, der mit ihr schläft, von hinten von Marlene genommen wird. Meine Güte, Leute, da bin ich ganz schön ins Schwitzen gekommen – mein erster BL-Dreier! Das war unfassbar heiß, zumal Marlene beim Sex mit einigen werwolfspezifischen Eigenheiten zu kämpfen hat, die die Intensität des Ganzen noch einmal steigern (der Manga enthält dazu übrigens eine unfassbar niedliches und heißes Bonuskapitel). Die Mangaka hat von Natur aus ein gutes Auge und ein natürliches Gespür für Bildausschnitte, weshalb sie den Leser meisterhaft durch diese Szene (und alle weiteren) führt. Ich hoffe, mit diesem Beispiel konnte ich veranschaulichen, was ich damit meine, wenn ich schreibe, dass Coyote (und andere Werke der Mangaka) keinen 08/15-Sex bietet. Ich meine, ein Dreier mit einem Zwitter (Herma verfügt über Merkmale beider Geschlechter), einem Werwolf und einem Bar-Pianisten im Moulin Rouge – das ist auch in BL-Manga nicht gerade Standard.

Die Mangaka weiß genau, was der Leser an welchen Stellen sehen möchte beziehungsweise welche Perspektiven eingenommen werden müssen, damit eine erotische Atmosphäre entsteht. Während viele sehr explizite Manga zensiert sind, bleibt Coyote von diesem Schicksal verschont, aber aus dem Grund, weil es im engeren Sinne nichts zu zensieren gibt. Die Autorin beherrscht die Kunst, alles zu zeigen, ohne das der Leser wirklich etwas konkretes sieht. Dafür wird der Blick beim betrachten der Zeichnungen subtil gelenkt. Ich kann gar nicht beschreiben, in welch ausgewogenem Verhältnis Nahaufnahmen des vor Erregung verzehrten Gesichts oder Bildausschnitte, die erotische Berührungen zeigen, zu Zeichnungen stehen, die den Geschlechtsakt im Ganzen abbilden. Hinzu kommen unterschiedliche Perspektiven und Blickwinkel, zum Beispiel von oben, schräg unten oder aus der Sicht von Marlene, die eine unheimliche Bewegung und Abwechselung in die Bilder bringen. Es ist nicht nur visuell, sondern auch gestalterisch ein wahrer Hochgenuss, die Zeichnungen zu betrachten. Es finden sich nicht viele Manga auf dem BL-Markt, die Sex auf einem solch hohen ästhetischen Niveau abbilden. Obwohl es wirklich heftig zur Sache geht, bekommt man niemals das Gefühl, etwas pornographisches zu betrachten. Das Gleiche gilt für die sprachliche Gestaltung der Sexszenen. In Anbetracht der Umstände gibt Lili natürlich nicht viel mehr als „oh“ oder „ah“ von sich, aber Marlene scheint durchaus einen kleinen Fetisch für Dirty Talk zu besitzen. Die Worte, die er im Bett an Lili richtet, sind doch sehr direkt und derb gewählt. In diesen Momenten spürt man nichts mehr von Marlenes galanter Eloquenz, aber irgendwie passt es auch zu seiner ansonsten direkten und etwas draufgängerischen oder rebellischen Art.

Was ich wirklich gut finde, ist der Umstand, dass der Sex wirklich in die Geschichte eingebunden wird und nicht als etwas Erzwungenes erscheint. Ok, wer BL-Manga eher kritisch betrachtet, der wird jetzt sagen, der Sex dort sei generell erzwungen und unnatürlich, aber ich finde diese werwolfspezifische Eigenart, dass auch die männlichen Exemplare einmal im Monat eine Art Läufigkeit erfahren, wie sie bei Hündinnen auftritt, wenngleich auch seltener, eigentlich eine ganz erfrischende Idee, die vor dem Hintergrund der Werwolfthematik auf jeden Fall plausibel ist. Natürlich artet das Ganze hin und wieder etwas aus, aber was soll ich sagen – aus diesem Grund sind wir doch alle hier, oder nicht *zwinker*? Zudem symbolisiert die Sexszene am Ende des ersten Bands darüber hinaus, dass Lili sich mehr und mehr zu Marlene hingezogen fühlt, und das nicht nur auf der Ebene seiner wölfischen Instinkte. Der Sex ist nicht nur bloß ein Schmankerl für die Augen, sondern in ihm drückt sich auch die Entwicklung der Beziehung zwischen den beiden Protagonisten aus. Übrigens gibt es unter den Werwölfen durchaus auch weibliche Exemplare, weshalb man an dieser Stelle noch hinzufügen kann, dass Marlene und Lili ganz eindeutig homosexuell sind, und zwar auf sehr menschliche Art und Weise. Der erste Band verrät nichts darüber, ob homosexuelle Beziehungen unter Werwölfen die Regel sind, hin und wieder vorkommen oder anerkannt werden, aber dieses Thema steht in Coyote zu ziemlich null Prozent im Vordergrund, weshalb ich den Themenkomplex im Folgenden ausblenden werde.

Figuren / Handlung

Der erste Band ist, wenn man von den Sexszenen absieht, recht dialoglastig und die Mangaka nimmt sich viel Raum, um  die Figuren und die Hintergründe der Geschichte zu entwickeln. Man darf als Leser nicht all zu viel Action erwarten, ansonsten wird man enttäuscht sein. Wobei das nicht heißen soll, dass nicht einige Entwicklungen ins Rollen gebracht werden und es die ein oder andere Leiche zu entsorgen gibt. Wir erfahren im Manga nicht viel über Marlenes Vergangenheit und so gut wie gar nichts über die von Lili, aber ich denke, dass die folgenden Bände in dieser Hinsicht mehr Licht ins Dunkel bringen werden. Besonders interessiert mich, in welchem Verhältnis Lili zu Kiefer steht, wir erinnern uns, dem Anführer des Werwolf-Clans. Meine Nase wittert da eine verzwickte gemeinsame und sehr traurige Vergangenheit. Ich glaube, aktuell werden in Japan die ersten Kapitel des zweiten Bands veröffentlicht. Ich kann es kaum erwarten, bis der zweite Band in Deutschland in den Regalen stehen wird. Um es mal mit den Worten einer begeisterten Leserin auszudrücken:

Zoey Zoey Zoey
2016-06-04 08:12

Omfg it’s a new Zaria~ I’m positively giddy. She’s so ducking beast I don’t have the word to express how fucking awesome she is. Best yaoi artist ever and can write some srsly effecting stories. […] She’s so good I literally am reduced to uttering a bunch of „fucks“ trying to express how beyond amazing her work is.“

Ok, aber ich wollte eigentlich noch etwas zu den Figuren und der Handlung schreiben, wenngleich diese Abschnitt heute etwas kürzer ausfallen wird als gewöhnlich, da viele Aspekte im Manga so weit noch unklar bleiben. Wie bereits angedeutet, erfahren wir lediglich ein paar Bruchstücke über die familiäre Situation von Marlene. Das macht aber gar nichts, denn ich kann euch versprechen, dass das Ende des ersten Bands euch in atemlose Spannung versetzen wird – hat es mich zumindest. Optisch sind Marlene und Lili sehr unterschiedliche Charaktere und diese Differenzen setzten sich durchaus in ihrem Charakter fort. Ich muss jedoch eingestehen, dass ich beide Figuren bisher schwer zu greifen finde, vor allem Marlene. Marlene beziehungsweise Josh Garland ist ein sehr direkter und vor allem unabhängiger Mann, der seinen Lebensunterhalt als Bar-Pianist bestreitet und damit offensichtlich Abstand zu seinem Großvater und dem Garland-Clan sucht. Warum Josh seine Position als zukünftiges Familienoberhaupt abzulehnen scheint, wird im ersten Band nicht offen gelegt. Im Gegensatz zu seinem Großvater scheint Josh außerdem keine Abneigung gegenüber den Werwölfen zu verspüren. Ob sich seine Offenheit speziell auf Coyote beschränkt oder allen Werwölfen gilt, wird ebenfalls erst die Zukunft zeigen. Auf jeden Fall ist Marlene vielleicht das, was man einen Freigeist nennt: Er betrachtet die Welt in einem anderen Licht als seine Familie und pflegt eine unkonventionelle Lebens- und Denkweise. Bei sexuellen Beziehungen, die er eingeht, scheint das Geschlecht für Marlene keine Rolle zu spielen. Dies teilt er auch ganz unumwunden Lili mit. Der junge Garland-Nachkomme ist ein Womanizer, der seine ‚Lili‘ mit allen Mitteln der Kunst zu verführen versucht. Er scheint es gewohnt zu sein, dass seine Partner auf seine Avancen anspringen, lässt sich jedoch auch von Lilis Abweisungen nicht abschrecken. Er scheint über eine gewisse Hartnäckigkeit zu verfügen und Ziele, die er sich einmal gesetzt hat, gradlinig zu verfolgen. Dabei ist er gleichzeitig so verblüffend charmant, ehrlich und direkt, dass es beinahe naiv wirkt. Im Werben um Lili schlägt Marlene eine ziemlich rasante Gangart an.

Was genau Marlene an Lili so fasziniert, ist für mich (noch) nicht eindeutig zu identifizieren. Vielleicht verbindet die beiden aktuell eher eine körperliche Kompatibilität und die Liebe zur Musik beziehungsweise zu einem speziellen Song von Marlene Dietrich, nämlich „Lili Marleen“, welchen Marlene allabendlich in der Piano-Bar für Lili spielt und bei dem er sich nach eigener Aussage in Lili verliebt hat. Es ist übrigens unglaublich reizend, wie die Szenerie des Songs im Manga aufgegriffen wird! Ich habe das Lied extra gegoogelt und inhaltlich geht es im Wesentlichen um ein Liebespaar, das sich vor einer Kaserne immer unter einer bestimmten Laterne trifft und küsst. Als der Krieg beginnt, bleibt die fiktive Frau Lili Marleen sinnbildlich alleine unter der Laterne zurück und das lyrische Ich fragt sich, wer seiner Liebsten nun Gesellschaft leisten soll, wenn ihm im Krieg etwas zustößt. Im Manga ist es ebenfalls eine Laterne auf einer Brücke, unter der Marlene Lili seine Gefühle gesteht. Die Szene war so romantisch, dass ich sie fast schon als zu kitschig empfunden habe und sie mir irgendwie nicht so richtig mit der Werwolfthematik kompatibel erschien, aber was solls. Ich muss an dieser Stelle ganz offen zugeben, dass das der Moment war, in dem ich mich auch ein wenig in Marlene verliebt habe *hust* *rotwerd*. Es ist einfach unfassbar niedlich, wenn Marlene solche zauberhaften Dinge sagt und Lili ganz verlegen und rot wird. Ein bisschen Zuckerguss benötigt man als BL-Leser eben auch im schlimmsten Blutvergießen *zwinker*. Ich hoffe allerdings, dass die Beziehung der beiden Männer nicht so enden wird, wie im Song angedeutet…

Lili einzuschätzen, fiel mir etwas leichter, obwohl man über ihn weniger Persönliches erfährt als über Marlene. Lili ist ein vorsichtiger und vorausdenkender Mensch, der anderen nicht ohne Weiteres sein Vertrauen schenkt. Im Gegensatz zu Marlene ist er verschwiegen und geheimnisvoll und statt direkt und forsch auf sein Ziel zuzuschreiten, beobachtet er lieber aus dem Hintergrund und analysiert die Situation. Kiefer scheint Lili auf eine besondere Art verbunden zu sein. Die heftigen Flirtversuche von Marlene wehrt Lili zunächst ab, erliegt am Ende aber schließlich seinen Gefühlen für den Pianisten. Lili ist sich der Tatsache bewusst, dass eine Beziehung zwischen einem Werwolf und einem Menschen auf Dauer nicht funktionieren kann beziehungsweise keine Akzeptanz finden wird, weder auf Seiten der Werwölfe noch der Menschen. Aus diesem Grund versucht er krampfhaft, sein Verlangen im Zaum zu halten und Marlene nicht in den Kampf zwischen den Garlands und den Wölfen zu involvieren, doch letztendlich überlässt er sich seinen Instinkten und sucht von sich aus die körperliche Nähe zu Marlene. Während Marlene keinen Gedanken an die ungewöhnliche Art ihrer Beziehung verschwendet, hat Lili Hemmungen und vielleicht sogar Angst davor, sich mit einem Mann und dann noch einem Menschen einzulassen. Auf der einen Seite zurückhaltend und misstrauisch, verliert Lili jedoch seine Fassung, wenn Marlene mit seinen Flirtversuchen seinen Schutzwall durchbricht. Dann wird der junge Mann rot und verlegen und offenbart eine schüchterne, unerfahrene und sehr niedliche Seite seiner Persönlichkeit. Vielleicht sind dies die Züge, die ihn zum Uke machen. Gegenwärtig würde ich die Beziehung der beiden Männer so beschreiben, dass Marlene der leidenschaftlich und zügellos liebende Part ist, während Lili sich von diesem brennenden Verlangen mitreißen lässt, dabei jedoch durchaus echte Gefühle für Marlene zu entwickeln scheint. Ich bin sehr gespannt, welche Tiefe die Beziehung der beiden im zweiten Band tatsächlich erreichen wird.

Ebenfalls vielversprechend entwickelt sich so weit die Handlung. Ich will euch nicht zu viel vom Inhalt vorwegnehmen, aber neben der heimlichen Beziehung der beiden Protagonisten (hier haben wir diesen gewissen Romeo-und-Julia-Aspekt, den Reiz des Verbotenen) steht ganz klar die seit Jahrhunderten währende Feindschaft der beiden Clans im Mittelpunkt. Nachdem nach einem blutigen Krieg vor 70 Jahren ein Friedenspakt zwischen den Werwölfen und Garlands geschlossen wurde, ist dieser zerbrechliche Frieden aufgrund der Handlungen des Oberhaupts der Garlands aktuell in großer Gefahr. Es spielen politische Verwicklungen, individuelle Rachemotive und alte Bunde in diesen Konflikt hinein.

Fazit

Was bleibt mir am Ende übrig zu sagen? Coyote von Ranmaru Zariya erfüllt dem BL-Manga liebenden Herzen eigentlich jeden Wunsch mit Leichtigkeit. Neben dem atemberaubend detaillierten Artwork, das mir an mancher Stelle den Atem hat stocken lassen und den Leser in ein düsteres und melancholisch-fiktives Paris entführt, und einem interessanten Pairing ist Coyote ein extrem erotischer Manga, der vor allem mit ungewöhnlichen Konstellationen und unkonventionellen Sexszenen überzeugt und mitreißt. Zu prickelnder Erotik und brennender Leidenschaft gesellen sich eine durchdachte Handlung, eine Prise Romantik sowie etwas Spannung und viel (angedeutete) Dramatik. Wenn ich könnte, würde ich meinen Schreibtisch in der Mitte durchbrechen, so gespannt bin ich auf den zweiten Band, der voraussichtlich jedoch erst in ein bis zwei Jahren erscheinen wird *hibbel*. Die Story ist bisher vielversprechend, bleibt jedoch verhältnismäßig unaufgeregt und lebt vornehmlich von ihrer düsteren und dichten Atmosphäre, die allerdings wirklich von Meisterhand kreiert wurde. Ihr könnt von diesem Manga jede Menge heißen Werwolf-Sex, ein wenig Romantik, ein wundervolles Figurendesign und eine durchdachte Geschichte erwarten, die aktuell jedoch noch in ihren Kinderschuhen steckt. Was Coyote euch nicht bietet, sind actionlastige Kampfszenen, maskuline Protagonisten und die klassische Uke-Seme-Beziehung. Und natürlich sollte man bedenken, dass der Manga neben BL vornehmlich dem Genre Fantasy / Mystery zuzuordnen ist. Wer lieber Werke aus dem Bereich School-Life oder Slice of Life liest, die weniger ‚abgehoben‘ sind und eher durch ihren Realitätsbezug bestechen, der sollte nicht unbedingt zu Coyote greifen. Ich kann euch aber versprechen, dass sich alleine wegen den unfassbar schönen Zeichnungen ein Blick auf jeden Fall lohnen wird. Ich gehe sogar so weit zu behaupten, dass das Artwork so wunderschön ist, dass man beinahe den Inhalt des Manga vergessen kann.

Jaa mate ne, eure Amaya!


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